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Seilbagger W 3

Beinahe in Vergessenheit geraten ist der W 3, der 1949 als neuer Kleinbagger vorgestellt wurde und nach wenigen Jahren vom noch kleineren und viel bekannteren Typ W 2/ W 3 Pionier ersetzt wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges baute die Weserhütte ab 1948 unter einfachsten Bedingungen die Vorkriegstypen W 400 und W 600 für kurze Zeit weiter. Sie erhielten die Bezeichnungen W 4 und W 6 und waren mit Ausnahme von Motor, Grabgefäß und Gegengewicht baugleich. Zusätzlich wurden noch vor der Währungsreform die neuen Modelle W 3, W 9 und W 10 vorgestellt. Während der W 9 mehrfach überarbeitet bis 1967 gebaut wurde und der W 10 schon um 1950 durch den W 12 ersetzt wurde, blieb der W 3 nur bis etwa 1955 im Angebot. In dieser Zeit wurde das Schutzhaus des Baggers einmal überarbeitet; die Aufnahmen unten verdeutlichen die Unterschiede.
Der W 3 hat nichts mit dem späteren Kleinbagger W 3 PIONIER zu tun, ein Blick auf die technischen Daten unten verdeutlicht, dass er größer und schwerer war.
Die Weserhütte schrieb zu ihrem Bagger unter anderem: "Dieser neue Universalbagger zeichnet sich durch einfache und zweckmäßige Bauart aus. Jahrzehntelange Erfahrungen, vorzügliche Werkstattarbeit und Verwendung bestgeeigneter Baumaterialien gewährleisten große Leistungsfähigkeit und unbedingte Betriebssicherheit. Der Bagger kann, wie jeder Universalbagger, mit Hochlöffel, Tieflöffel, Greifer, Schleppschaufel und Ramme, schließlich auch als Kran und Hochbaukran arbeiten."
Lange Zeit war kein Bagger bekannt, der bis in die Gegenwart überdauert hätte, doch dankenswerter Weise meldete sich im Mai 2008 der Besitzer des wahrscheinlich letzten W 3. Die Bilder 4 bis 8 unten zeigen diese Maschine.

 
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1 Auf dieser retuschierten Werbeaufnahme der Weserhütte ist ein W 3 in der ersten Bauform mit Holzrahmenfenstern und wannenförmigen Dach als Kran zu sehen.
2 Ein herrliches Bild: Stolz blicken die Herren mit Krawatte neben ihrem neuen W 3 in die niederländische Kamera. Der Bagger entspricht schon der überarbeiteten Bauform mit Bullaugen im Heck, gummigefassten Fenstern und dem tonnenförmigen Dach.
3 Tiefbau in den Niederlanden: Der pummelige W 3 ist mit einem überlangen Gittermast und einem Greifer ausgestattet.
4 Schöne Aufnahme eines W 3, der 1953 fabrikneu ins Gaswerk Augsburg geliefert worden war. Weitere Informationen zum Gaswerk und dem heutigen Förderverein finden Sie hier.

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4  5 Erst im Herbst 2007 entstanden diese Aufnahmen eines erhaltenen W 3. Der gepflegte Bagger wird hin und wieder noch bewegt und sogar eine Hochlöffel-Ausrüstung existiert noch.
6 Rücken an Rücken: Links der "kleine" W 3 und rechts ein W 2 Pionier, der nur wenige Jahre später gebaut wurde und in den beiden Versionen W 2 Pionier und W 3 Pionier über eintausend Mal verkauft wurde.

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7 Guter Zustand: Der Blick auf die Winden zeigt, dass mit dem Oldtimer sorgfältig umgegangen wird.
8 Eine historische Aufnahme zeigt den schon unter 4 und 5 gezeigten Bagger im Einsatz in den 1950er Jahren.
9  Eine weitere Heckansicht des letzten W 3, aufgenommen im Frühjahr 2009.

  Technische Daten
 
Bezeichnung W 3
Bauzeit 1948 - ca. 1955
Stückzahlen ?
Seriennummern ?
Motor Deutz A3L 514, 3 Zyl.
Leistung 36 / 45 PS
Gewicht Grundgerät ca. 11,5 t
Dienstgewicht m. Hochlöffel 13,70 t
Dienstgewicht m. Tieflöffel 13,65 t
Dienstgewicht m. Greifer 13,20 t
Greiferinhalt (bei 7 m Ausleger) 0,32 m³
Hochlöffelinhalt 0,50 m³
Tieflöffelinhalt 0,32 m³
Schleppschaufelinhalt 0,45 m³
Rammgewicht 500 kg
Fahrwerk Pendelrollen /  Baggerlaufwerk
Länge Raupenbänder 2.620 mm
Breite Unterwagen 2.450 mm
Breite Oberwagen 2.480 mm
Höhe über Rollenbock 3.100 mm
max. Auslegerlänge 10 m
Datenstand 1951
 

Baggerleistungen

Hochlöffelbagger 40-60 m³/Std.
Tieflöffelbagger 32-50 m³/Std.
Greifbagger 28-40 m³/Std.
Schleppschaufelbagger 28-40 m³/Std.
  Prospekte und Druckschriften
 
  Früher W 3 Prospekt aus der Zeit um 1950.
   
  Fotos dieser Seite: F. Leimig, Slg. E. Gevers, Slg. Pfeiffer
UP  |  letztes Update: 20.05.2011