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Seilbagger W 9
Über 320 gebaute Bagger
in 15 Jahren machen deutlich, dass der W 9 für die Weserhütte ein
erfolgreiches Modell war. Mit etwa 30 Tonnen Einsatzgewicht war der
Bagger leicht und handlich genug, um ihn per Tieflader zu verschiedenen
Einsatzorten zu transportieren. Historische Fotos zeigen den W 9 häufig
mit Hochlöffel im Steinbruch. Damals gab es mehr kleine Steinbrüche als
heutzutage, in denen Bagger dieser Größe optimal eingesetzt werden
konnten. Eine Sonder-version als Tunnelbagger mit entsprechend
angepasster Hochlöffelausrüstung war ebenso lieferbar wie eine Variante
als Raupendrehkran mit fest angelenktem Ausleger.
Der W 9 machte optisch drei Evolutionsstufen durch. Zunächst 1951
ziemlich eckig wirkend und mit Sprossenfenstern vorgestellt, wurden ab
1953 gummigefasste Fenster eingebaut. Um 1956 wurde ein neuer, gefällig
wirkender Aufbau mit Rundungen eingeführt. Standardmäßig wurde der W 9
mit Pendelrollenlaufwerk geliefert, später wurden aber auch Bagger
mit Traktorlaufwerken ausgeliefert oder nachträglich umgerüstet. |
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1 Auf einem historischen Werbefoto wird ein W 9 der
ersten Bauart im Kraneinsatz gezeigt. Natürlich ist er noch ohne die später
vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen wie Anschlagbegrenzung oder
Überlast-Warneinrichtung ausgestattet.
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3 Porto Allegre in Brasilien, Januar 2007: Als Umschlagbagger wird neben vielen
anderen Seilbaggern auch ein gepflegter W 9 von 1953 eingesetzt!
4 Sehr
seltener Weserhütte: Ein W 9 aus dem Jahr 1951 mit erhabener
Typenbezeichnung und Sprossenfenstern konnte im März 2002 bei Moosburg
in Bayern gefunden werden. Später wurde er verschrottet. |
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5 In Südamerika
- einem der wichtigstem Absatzmärkte in den 1950er und 1960er Jahren - war die Weserhütte in den 1950er Jahren auf
einer Messe mit verschiedenen Baggern vertreten. Hier ist ein W 9 zu
sehen.
6 In den frühen fünfziger Jahren sah
der W 9 so aus: Wenig abgeschrägte Front und kleine Fensterflächen. Noch in
den neunziger Jahren stand ein gut erhaltener Bagger aus dieser Epoche bei Beverungen an der
Weser. |
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Hartes Los: 1959 konnte dieser W 9 noch nicht alt sein, doch der Einsatz
im Steinbruch hat schon deutliche Spuren an der Maschine hinterlassen.
Interessant ist auch der Dumper zur Abfuhr des Gesteins.
8 Diese Baufirma konnte sich
nicht trennen: Obwohl für den W 9 mit Hochlöffel- und
Tieflöffel-Ausrüstung seit Jahren oder Jahrzehnten keine Einsätze mehr
da waren, blieb der Bagger auf dem Hof stehen. |
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Der grüne W 9, der im Mai 2004 fotografiert wurde, sollte museal
erhalten werden. Lange Zeit wurde daraus nichts, doch 2012 soll er in
eine Sammlung aufgenommen werden.
10 11 Wahrscheinlich
gab es das Traktorlaufwerk für den W 9 auch als "Extra zum Nachrüsten"
direkt vom Werk zu kaufen. Ein solchermaßen ausgestatteter Bagger wurde im November 2003 entdeckt.
Auffällig bei der Maschine ist auch die beim W 9 seltene
Rückschlagsicherung.
12 Im Hafen von Buenos
Aires steht noch im April 2010 dieser vom harten Arbeitseinsatz
gezeichnete W 9. |
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13 Noch einsatzbereit ist dieser
gelbe Weserhütte W 9, der bei einer Firma in Stockach am Bodensee
vorgehalten wird und dort den Schlammteich ausbaggert.
14 Auch dieser W 9, der
2006 in der Schiffsentladung am Rhein eingesetzt wird, besitzt ein
moderneres Traktorlaufwerk.
15 Am Verwaltungssitz eines großen Steinbruchs in der Rhön wurde dieser W 9 mit
Hochlöffel und Steinschlagschutz als Denkmal aufgestellt. Rund um den Bagger
wurden weitere historische Anlagen aus dem Bergbau aufgebaut. Eine gute
Idee! |
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16 Auch
das war möglich: Ein W 9 mit Hochkabine für den Schüttgutumschlag
zwischen Land und Schiff. Gemeinsam mit einem O&K-Seilbagger wird er
aauch 2011 noch am Rhein eingesetzt.
17 Fast gänzlich unbekannt: 2007 existierte noch dieser W 9 mit Hochlöffel im Allgäu.
18 In Oberbayern
wartete dieser W 9 im Frühjahr 2005 aus dem Jahr 1966 auf seinen Einsatz
zum Ausbaggern eines Schlammteichs. |
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19 Zwitter:
Dieser W 9 besitzt ein
Stück Seitenwand, dass aus einem W 80 eingebaut wurde. Im Innenraum
wurde mit einem weiteren Bauteil aus dem W 80 die Kabine vom
Maschinenraum abgetrennt.
20 21 Das einst sehr gepflegte W 9-Denkmal in der Eifel wächst
nicht nur langsam zu, sondern zeigt mittlerweile auch Einflüsse von
Wind, Wetter und Vandalismus. Der Standort zeigt allerdings im wahrsten
Sinne des Wortes Weitsicht.
22 Ein
eingewachsener W 9 bei Rastatt. Das Führerhaus dieses Baggers ist massiv
vor Steinschlag geschützt, was darauf hinweist, dass die Maschine früher
mit Hochlöffel im Steinbruch eingesetzt war. |
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Technische Daten
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Bezeichnung |
W 9 |
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Bauzeit |
1955 - 1968 |
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Stückzahl |
> 320 |
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Seriennummern |
9001 ff.' |
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Motor |
MWM RHS518 D, 3 Zyl. |
DEUTZ A6L 514, 6 Zyl. |
DAIMLER MB 856, 6 Zyl. |
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Leistung |
100 PS |
110 PS |
120 PS |
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Dauerleistung |
98 PS |
95 PS |
100 PS |
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Gewicht |
30 - 32 t |
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Hochlöffelinhalt |
1,0 m³ |
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Tieflöffelinhalt |
0,9 m³ |
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Schleppschaufelinhalt |
1,0 m³ |
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Greiferinhalt |
1,0 m³ |
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Fahrwerk |
Pendelrollen oder Traktorlaufwerk |
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Länge Unterwagen |
3.600 mm |
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Breite Unterwagen |
3.050 mm |
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Breite Oberwagen |
2.880 mm |
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Höhe einschl.
Rollenbock |
3.530 mm |
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max. Auslegerlänge |
16,0 m |
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Datenstand |
1965 |
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' = Die vor 1958 gebauten Bagger hatten
andere, nicht fortlaufende Fabriknummern im 3000er Bereich. |
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Prospekte und Druckschriften
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Prospekttitel und Innenseite aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre (links
und mitte) sowie aus den frühen 1960er Jahren. |
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Fotos dieser Seite:
P. Aust, S. Bongartz, G. Diederich, A. Häberle, F. Pfeiffer, R. Timm, E.
Weber |
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letztes Update:
10.06.2011 |