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Seilbagger W 60 und W 80
Ein echter Dauerbrenner im Angebot der Firma Weserhütte war der
Universal-Bagger W 80, der gut 20 Jahre lang gebaut wurde und optisch kaum
Veränderungen über sich ergehen lassen musste. Lediglich die Kabine wurde
geringfügig verbreitet, was nur aus bestimmten Perspektiven auffällt. Mit Schleppschaufel wird
der W 80 ebenso eingesetzt wie mit Greifer oder Kranflasche. Selbst auf Pontons montiert wurden
einzelne Exemplare eingesetzt. Kundenspezifisch konnten weitere
Sonderbauarten angeboten werden, zum Beispiel Bagger mit Hochkabine oder
Elektroantrieb. Die Produktion des W 80 endete mit dem Konkurs 1987,
allerdings baute die Firma Sürken auf den speziellen Wunsch eines
ausländischen Kunden
1990 nochmals zwei Bagger. Extra dafür war ein neues, eckiges Schutzhaus
entwickelt worden.
Der gleiche Grundbagger wurde von
Weserhütte kurzzeitig auch mit einem Pendelrollenlaufwerk angeboten; von diesem, als W 60 bezeichneten Typ
wurden nur sehr wenige Exemplare gebaut. Es war übrigens das einzige Mal,
dass eine Typenbezeichnung zum zweiten Mal vergeben wurde, denn es gab von
1964 bis 1967 schon einen
W 60,
der auf dem alten W 6 basierte. |
Schmal und breit
Um 1971 wurde das
Schutzhaus im Bereich der Fahrerkabine verbreitert,
um dem Maschinisten etwas mehr Bewegungsfreiheit zu
geben. Die beiden Abbildungen zeigen gut die
Unterschiede.


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Seilbagger W 60
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1 2 3 Mindestens
dieser W 60 hat das Jahr 2007 noch erreicht. Zunächst stand er in gutem
Zustand auf Warteposition in einer Bimsgrube in der Eifel. Später wurde
er dort - wie vor ihm schon viele andere seltene Weserhütte-Bagger - zum
Förderband-Träger umfunktioniert. Sicher ist der Bagger nach dieser
Verwendung verschrottet worden. |
Seilbagger W 80
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1 2 Die Firma Senhorst in den
Niederlanden erhielt zwei der ersten W 80, nämlich die Bagger mit den
Fabrikationsnummern 8510 und 8511. Auf diesen historischen Aufnahmen
sind die Bagger zu sehen. Auffällig ist noch das ältere Schutzhaus mit
Heckfenstern und Lüftergitter sowie die gegossenen
Weserhütte-Schriftzüge am Gegengewicht. Diese Bauart war noch vom W 9
übernommen worden.
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Einen später gebauten W 80 hat es nicht mehr auf dem Tieflader gehalten:
Die Aufnahmen aus den Niederlanden zeigen den Bagger in bedenklicher
Schieflage. |
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Kein Erlkönig: Auch wenn dieser Bagger die
Nummer 80 001 trägt, ist er nicht der erstgebaute W 80. Die ersten W 80
erhielten noch Fabriknummern nach dem alten Schema.
6 Leicht angerostet: Bagger und Bandanlagen bilden ein farblich
passendes Ensemble mit ihrer Patina.
7 Mit Steinschlag-Schutz: Früher war dieser W 80
im Abbruch eingesetzt, ehe es ihn an das ländliche Kiesloch in
Niederbayern verschlug.
8 Nur wenig Arbeit
bedeutet dieses kleine Kiesloch für den W 80 in der Nähe von Bamberg. |
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Betriebsreserve: Dieser W 80 in einer niedersächsischen Kiesgrube
wurde nur noch als äußerste Betriebsreserve vorgehalten.
10 Gut zu
erkennen ist hier die Ausleger-Rückschlag-Sicherung. Die Teleskopstangen
sollen verhindern, dass der Ausleger durch Fehlbedienung nach hinten
überkippt.
11 Nicht mehr original ist die Kabine dieses W
80. Die Türe zum Maschinenraum wurde durch eine andere Konstruktion
ersetzt.
12 Bimsabbau in der Eifel: An mehreren Orten
werden dafür noch W 80 eingesetzt. Dieser hatte allerdings schon seit
einigen Monaten Pause. |
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13 14 Bimsabbau in der Eifel: In den temporären Abbaustellen reicht ein W
80, der das leichte Material direkt auf den Lkw kippt. Dabei nur nicht pendeln:
Damit das Führerhaus des Lkw keine Dellen bekommt, muss der Schürfkübel
vorsichtig entleert werden.
15 Mit
der dynamischen Bodenverdichtung durch ein Freifall-Gewicht ist der W 80
der Firma Wacht im Sommer 2006 im luxemburgischen Esch-sur-Alzette beschäftigt.
16 Die rote Farbgebung steht dem W 80 gut. Das
Gerät wird in einem Kieswerk als Kran genutzt und dabei nicht besonders
beansprucht. |
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17 Ein W 80 ohne Unterwagen als Pontonbagger. Der Schwenk- und damit Gefahrenbereich ist auf Deck markiert.
Die Weserhütte lieferte im Vergleich zu Konkurrenz-Unternehmen
deutlich mehr Pontonbagger.
18 Detailansicht:
Sehr schön sind hier die beiden Antriebsketten zu erkennen, die vom Getriebekasten im Baggerunterwagen zu den Antriebsturassen führen.
Offenbar war eine Kapselung der Ketten nicht nötig, obwohl sie häufig im
Schmutz oder Erdreich lagen.
19 Abgestellt und vergessen: Im Januar 2009 war dieser W 80
schon aus dem Büchern des Kieswerks bei Damme gelöscht. Dadurch hat er
wohl 2008 auch die Phase der astronomisch hohen Schrottpreise überlebt.
20 In einer Sandgrube in der Lüneburger Heide hat dieser W 80
Arbeit. Das Bild im Sonnenuntergang stammt von B. Striepe. |
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22 23 So
lange der Fahrer noch will: Bei der Firma Wortmann wird der W 80 auch
2009 zu Baggerarbeiten in der Weser oder den Bremer Häfen eingesetzt.
Die Aufnahmen stammen vom Februar 2009. |
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24 Einer
der Jüngsten: Nach diesem W 80 wurden nur noch fünf Stück gebaut.
Fotografiert die Maschine April 2006 in Neu-Ulm auf der Baustelle zur
Tieferlegung des Bahnhofs.
25 Bereits 1989
baggerten diese beiden W 80 der Firma Matthäi in der Nähe des Bremer
Flughafens, um das Flüßchen Ochtum zu verlegen.
26 Geruhsames Dasein: Bagger
80220 muss in der Eifel gelegentlich eine Pumpe im Schlammteich halten,
hat ansonsten aber keine Arbeit. |
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Wieder
Bimsabbau in der Eifel. Seit Jahren geht der Einsatz von Seilbaggern
zurück, aber einige sind auch 2010 noch aktiv. Dazu gehört dieser W 80
bei Nickenich.
28 Kanalbau in den 1970er
Jahren: Der W 80 mit Hochkabine steht auf der Kanalsohle und verteilt
Ufersteine. Leider sind Ort und genauer Zeitpunkt der Aufnahme nicht
bekannt.
29 Die offenen Türen des W 80 in
der Eifel bedeuten nicht, dass die Maschine im November 2011 gerade im
Einsatz ist. Vielmehr scheinen sich die Eigentümer nicht mehr um den
zustand ihres Baggers zu kümmern. |
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Immer wieder trifft man in Kieswerken Seilbagger an, deren
letzte Aufgabe das Halten von Förderbändern ist. In
Schleswig-Holstein wurde im Oktober 2011 dieser W 80 entdeckt,
der erst kurz zuvor die Aufgaben von einem Demag B 408
übernommen hat, der umgekippt war. Zum Gewichtsausgleich erhielt
der W 80 am Heck noch einen Poclain-Ballastblock aufgesetzt. |
W 80 228: Die farbliche
Metamorphose eines Baggers
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Verwandlungskünstler: Aus dem gelben W 80 der Firma Heitkamp in Bremen
wurde an Ort und Stelle ein grün/weißer W 80 der Firma Wortmann.
Für die Neulackierung wurde der Bagger keinen Zentimeter bewegt.
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Zunächst landete der Bagger am Haken eines Autokrans auf einem Ponton.
Später veränderte die Firma Wortmann das Aussehen weiter. Im
Sommer 2006 fotografierte ihn P. Aust im Bremer Hafen und mittlerweile
ist die Kabine nicht mehr weiß, dafür wurden weiße Zierstreifen
angebracht. Bagger und Ponton sind hier im Dock zu sehen. |
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Technische Daten
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Bezeichnung |
W 60 |
W 80 |
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Bauzeit |
1967 - ? |
1966 - 1990 |
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Stückzahl |
? |
> 292 |
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Seriennummern |
? |
8501 ff; 80001 ff.* |
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Motor |
Deutz F6L 812 D, 6 Zyl. |
Deutz F6L 812 D, 6 Zyl. |
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Leistung |
97 PS, eingestellt auf 75 PS |
97 PS, eingestellt auf 75 PS |
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Gewicht Grundmaschine |
17,3 t |
18,1 t |
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Gewicht m. Betriebsmitteln |
23,4 t mit Hochlöffelausrüstung |
26,4 t mit Schleppschaufelausrüstung |
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Hochlöffelinhalt |
0,7 m³ |
nicht zutreffend |
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Tieflöffelinhalt |
0,6 m³ |
0,6 m³ |
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Greiferinhalt |
0,6 m³ |
0,6 m³ |
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Schleppschaufelinhalt |
0,8 m³ |
1,0 m³ |
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Fahrwerk |
Baggerlaufwerk |
Traktorlaufwerk |
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Länge Raupenbänder |
3.330 mm |
3.990 mm |
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Breite Unterwagen |
2.600 mm |
3.140 mm |
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Breite Oberwagen |
2.620 mm |
2.620 mm |
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Höhe einschl. Rollenbock |
3.310 mm |
3.400 mm |
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max. Auslegerlänge |
15,0 m |
18,0 m |
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Datenstand |
1968 |
1968 |
* Die ersten Bagger erhielten
noch Fabriknummern nach dem alten Schema. Daher ist eine exakte
Mengenbestimmung anhand der Nummern nicht möglich. |
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Prospekte und Druckschriften
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Der erste Prospekt des W 80 von 1964 zeigt
sich noch in abweichender Aufmachung und mit dem Konterfei eines W 60
(links). Daneben die Prospekttitel von 1969 und 1972 (NEU). |
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Fotos dieser Seite:
P. Aust, S. Bongartz, H.-G. Diederich, B. Fabritius, M. Hammink, Munhowen,
F. Pfeiffer, B. Striepe, R. Timm, J. Voigt, H.-J. Weber |
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letztes Update:
31.12.2011 |