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Raupenseilbagger W 6 und W 60

Dem Typ W 6 wurde die Ehre zuteil, zum ersten luftgesteuerten Seilbagger der Weserhütte weiterentwickelt zu werden. Als W 60 leitete er eine neue Typenreihe ein.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges baute die Weserhütte ab 1948 unter einfachsten Bedingungen auf einem kleinen Teil des Werksgeländes die Vorkriegstypen W 400 und W 600 für kurze Zeit weiter. Sie erhielten die Bezeichnungen W 4 und W 6 und waren mit Ausnahme von Motor, Grabgefäß und Gegengewicht baugleich. Etwa ab 1950 wurden neue, rundlichere Schutzhäuser verwendet. Um 1952 wurden die Sprossenfenster durch einteilige Scheiben ersetzt und 1955 wurde ein neu konstruiertes Schutzhaus serienreif, dessen Optik ohne große Veränderungen bis zur Einstellung der Baureihe 1964 genutzt wurde. Lediglich die Vollsichtfenster aus Plexiglas wurden schnell durch kleinere Scheiben ersetzt, die im Schadensfall leichter und vor allem preiswerter auszutauschen waren. Die gebogenen Eckfenster, jeder Bagger hat vier Stück davon, bereiten den Besitzern der wenigen heute noch vorhandenen Baggern dieses Typs allerdings Sorgen, da die Originalscheiben nicht mehr produziert werden und stattdessen nur Plexiglas genutzt werden kann.
Ab 1964 ersetzte der W 60 den W 6. Er beruhte auf seinem Vorgänger, besaß aber erstmals bei der Weserhütte eine Luftsteuerung. Erst auf den zweiten Blick fallen die Veränderungen am Schutzhaus auf: Anstelle der bereits erwähnten gebogenen Eckfenster besaß der W 60 eine völlig eckige Kabinenfront, die bei keinem anderen Weserhütte-Seilbagger verwendet worden ist.
Als ab 1967 die neue Seilbagger-Generation - nun durchgängig mit pneumatischer Steuerung - eingeführt wurde, nahm man auch den W 60 aus dem Sortiment. Allerdings erschien ein neuer
W 60, bei dem es sich prinzipiell um den W 80 handelte, dessen Traktorlaufwerk durch ein Pendelrollen-Laufwerk ersetzt war. Dieser Bagger war der letzte, der mit dieser Laufwerks-Bauart bei Weserhütte angeboten wurde.
Beide W 60 erreichten keine große Verbreitung und zählen heute zu den absoluten Raritäten.

 
Raupenseilbagger W 6
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1  Damals üblich: Stark retuschiertes Werbefoto eines W 6 mit Tieflöffelausrüstung. Im Hintergrund sind Kriegsruinen zu erkennen.
2  Bewegtes Leben: Lange Jahre war dieser W 6 mit Tieflöffelausrüstung bei einem Sammler abgestellt. Die Verkleinerung der Sammlung führte den Bagger zu einem anderen Liebhaber, der den unrestaurierten Oldtimer auf Veranstaltungen gelegentlich vorführt.
3  Die dritte Bauform des W 6: Der Bagger von 1953 hat noch die alte Oberwagenform, erhielt aber bereits größere Fenster.

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4  Ein museal erhaltener W 6 aus der zweiten Nachkriegsserie: Charakteristisch für den 1952 gebauten Bagger waren die - hier nicht sichtbaren - Sprossenfenster, das stark gewölbte Dach sowie die Bullaugen-Fenster am Heck. Der Bagger war einige Jahre bei der Straßenmeisterei Waldbüttelbronn ausgestellt und wurde später von seinem Besitzer zurückgeholt, um auf dem Firmengelände als Denkmal zu dienen.
5  In Osnabrück ist dieser W 6 bei der Firma Köster erhalten geblieben: Auch er hat entspricht der zweiten Bauform mit Sprossenfenstern an der Front (siehe auch unten).
6  Bei der Verlegung von Rohren in Vaterstetten bei München war in den 1970er Jahren dieser W 6 der Firma Hütwohl aktiv.

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7  Auf der Mailänder Messe 1956 waren die Kontraste groß: Neben dem Pferdefuhrwerk stellte die Weserhütte einen W 6 und dahinter einen W 3 aus. Noch präsentiert man den W 6 mit altem Schutzhaus.
8  Acht Mann für einen Bagger: In den 1950ern brauchte man offensichtlich eine stattliche Anzahl Arbeiter, um den W 6 vom Tieflader herunter zu bekommen. Beachtung verdienen auch die beiden Lkw, die den Transport wohl gemeinsam gezogen haben.
9  Auf diesem Bild, das wahrscheinlich die Pressestelle der Weserhütte Ende der 1950er Jahre anfertigte, ist die Vollsichtkanzel mit ihren großen Plexiglasscheiben sehr gut zu erkennen. Aus Kostengründen wurden später kleinere Scheiben mit Zwischenstegen verwendet.
10  Aus einer alten Broschüre: W 6 mit Delmag-Ramme in den 1960er Jahren.

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11  Kein Bedarf mehr: Die Substanz dieses W 6 war noch gut, als er im Dezember 2003 im Leinetal fotografiert wurde.
12  Zu schade für den Schrott war dieser W 6. Als hergerichtetes Denkmal vor dem Firmensitz macht er sich besser.
13  Viele Jahre stand dieser W 6 nahe der Autobahn-Anschlussstelle Burgau auf dem geräumten Lagerplatz einer ehemaligen Baufirma. Während die übrige Ausstattung zwangsversteigert wurde, blieb der rostige Seilbagger stehen. Erst um 2010 erfolgte die Verschrottung.
14  Ob der noch mal gebraucht wird? Ein W 6 bei Peine in Niedersachsen.

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15  Lädiert, aber noch nicht überflüssig ist dieser W 6 in einem Kieswerk in der Eifel 2010. Der Bagger dient als Halter für eine Pumpe im Absetzbecken des Werkes.
16  Auch dieser W 6 muss nur gelegentlich ein Pumpe im Absetzbecken halten. Leider wird der Maschine daher auch keine Pflege mehr zuteil.
17  Gleich mehrere Weserhütte-Bagger entdeckte R. Marx Anfang 2010 im dänischen Rodding. Einer davon ist dieser W 6.

W 60 Raupenseilbagger - Karriere als Denkmal

Mindestens zwei Unternehmen haben ihren W 6 nach dem aktiven Einsatz nicht verschrottet, sondern als Blickfang auf dem Firmengelände aufgestellt.

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18  Einen schönen Blickfang hat die Firma Köster in Osnabrück geschaffen. Der firmeneigene Weserhütte W 6 aus dem Jahr 1951 wurde schon vor Jahren als Denkmal aufgestellt, doch den Umzug auf ein neues Betriebsgelände nutzte man für eine gründliche Renovierung des Oldtimers. Heinrich Wellen, ehemaliger Werkstattleiter, hat ganze Arbeit geleistet und kann stolz auf sein Werk sein.
19  Statt Schrottplatz nun Blickfang: Hergerichteter W 6 eines kleinen Bauunternehmens in Oberbayern.

W 60 Raupenseilbagger - Der Luftgesteuerte
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1  Mit diesem Foto warb die Weserhütte für den luftgesteuerten W 60.
2  Bei diesem W 60 aus dem Jahr 1964 ist die eckige Form der Fahrerkabine sehr gut zu erkennen. So konnte auf die teuren gebogenen Eckfenster verzichtet werden.
Im Steinbruch bei Kiefersfelden war dieser W 60 früher im Einsatz. Leider ist nicht bekannt, ob das Traktorlaufwerk bei diesem Baggertyp schon vom Werk als Extra geliefert werden konnte. Die seitlichen Motorlüftergitter entsprechen schon der neuen Seilbagger-Generation.
Trauriges Ende: In der Eifel dient dieser W 60 als Halter für ein Förderband. Sand, Kies und Staub sind bereits in alle Ecken und Winkel des Baggers gedrungen. Auch dieser Bagger besitzt die eckige Fahrerkabine, aber die neuere Bauweise der Motorlüftergitter.

  Technische Daten
 
Bezeichnung W 6 W 60
Bauzeit 1948 - 1964 1964 - 1967
Stückzahl mind. 310 mind. 11
Seriennummern 3301 ff., 8001 ff. 8301 ff.
Leistung 60 PS 75 PS
Motor Deutz A 6 L 514' Deutz A 6 L 514'
Gewicht Grundmaschine n.n. 16,5 t
Gewicht m. Gittermast 18,5 t 21,2 t
Gewicht m. Hochlöffel n.n. 21,6 t
Fels-Klappschaufelinhalt 0,6 m³ 0,6 m³
Schleppschaufelinhalt 0,6 m³ 0,6 m³
Greiferinhalt 0,6 m³ 0,6 m³
Fahrwerk Pendelrollen oder Rollenketten Pendelrollen
Länge Unterwagen n.n. 3.330 mm
Breite Unterwagen n.n. 2.600 mm
Breite Oberwagen n.n. 2.620 mm
Höhe einschl. Rollenbock n.n. 3.310 mm
max. Auslegerlänge 14,0 m 14,0 m
Datenstand 1960 1965

' alternative Motoren: Deutz A 4 L 514 mit 72 PS; Deutz F 4 L 514 mit 60 PS; Daimler MB 864 mit 75 PS. Bei Elektroantrieb: Drehstrom-Schleifringläufer für Betriebsspannung 220/380 oder 500 V, 50 Hz, Leistung 45 kW bei 1500 Upm.

  Prospekte und Druckschriften
 
 

Aus den frühen 1950er Jahren stammt der linke Prospekttitel. Daneben eine Version aus der Zeit um 1953. Rechts: So markige Anzeigen verfasste die Weserhütte nur selten wie hier bei der Präsentation des luftgesteuerten W 60.

   
  Fotos dieser Seite: S. Bongartz, P. Gees, U. Marx, F. Pfeiffer, Slg. F. Pfeiffer, R. Timm, E. Weber, Fa. Köster Bau
UP  |  letztes Update: 18.09.2011