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Seilbagger W 2 und W 3 PIONIER
Er hatte viel
Konkurrenz, doch der PIONIER der Weserhütte schlug sie alle. Über
eintausend Bagger wurden produziert und machten diesen Typ damit auch
zum erfolgreichsten Weserhütte-Bagger.
Mitte der fünfziger Jahre kamen in Deutschland
kleine Bagger zunehmend auf den Markt, um in Zeiten von Arbeitskräftemangel
während des Wiederaufbaus auch kleinere Baustellen zu mechanisieren. Neben den bekannten
Mobilseilbaggern, die früher meist Autobagger genannt wurden und deren
bekanntester der äußerst erfolgreiche Fuchs F 301 war, wurden von
verschiedenen Herstellern auch Raupenseilbagger entworfen, die unter 10
Tonnen Gewicht hatten.
Weserhütte brachte 1955 den Kleinbagger "Pionier" auf
den Markt, der nur 6,9 Tonnen auf die Waage brachte. Das als W 2 bezeichnete
Modell wurde um 1958 durch den äußerlich sehr ähnlichen, aber etwas
schwereren W 3 ergänzt, der schließlich bis 1968 gebaut wurde. Er war der kleinste Baggertyp, den die Weserhütte im Lauf ihrer
Geschichte gebaut hat. Zugleich war der "Pionier" der erfolgreichste Bagger
in der Firmengeschichte, es wurden über 1000 Maschinen von beiden Varianten gebaut.
Der "Pionier" wurde auch in einer Tropenversion gebaut und in den sechziger
Jahren in größerer Stückzahl an die Deutsche Bundesbahn geliefert. Es gab
den "Pionier" als "Pionier M" mit Moorfahrwerk, mit Gittermast, Hochlöffel und Tieflöffel
und zumindest im Experimentierstadium wurde der kleine Bagger auch als
schienenfahrbarer Raupenbagger erprobt.
In den Niederlanden verkaufte Weserhütte den Bagger übrigens nicht als
"Pionier", sondern als "Matador".
Der ab 1968 gebaute W 40 wurde, obwohl deutlich größer, ebenfalls mit
dem Zusatzschild "Weserhütte Pionier" auf der rechten Vorderseite
geschmückt, weil man an die Verkaufserfolge anknüpfen wollte. |
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Seilbagger W 2
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1 Mitten in der Großstadt: Der Besitzer dieses W 2
mochte sich auch 2007 nicht von seinem betriebsfähigen Pionier trennen.
Ende 2008 war der Bagger dann verschwunden, das Gelände in München wurde mit einem
Supermarkt neu bebaut.
2 Der letzte mit
Hochlöffel: W 2 Pionier mit Hochlöffel-Ausrüstung. Leider wurde der Bagger
kurz nach der Aufnahme verschrottet.
3 Geparkt: Dieser W 2 wurde bei einem Sammler platzsparend in die Ecke gestellt.
4 Entkernt: Trotz der bescheidenen Optik ist dieser
W 2 noch keine Ruine. Der Besitzer verfügt über die fehlende Ausrüstung
ebenso wie über den Wunsch, den Bagger einmal aufzuarbeiten. |
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5 Optisch kann der W
2 nicht überzeugen, doch technisch war dieser Tieflöffel-Bagger bei einer
Vorführung im westfälischen Lage im Jahr 2007 über jeden Zweifel
erhaben.
6 Versteckt im
Hinterhof wartet dieser rote W 2 aus dem Jahr 1954 auch 2010
noch auf eine Restaurierung - oder den Schrotthändler ... |
Seilbagger W 3 PIONIER
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1 2 Im Ziegeleimuseum in Lage an der Lippe ist dieser
W 3 zu Hause. Die Betreiber der dortigen Museumsfeldbahn haben den
Bagger aus erster Hand gekauft! 2008 wurde er stilecht gemeinsam
mit einer Feldbahn vorgeführt. So wurde vor 50 Jahren gearbeitet!
3 4 Ein Rollenbock am Heck sowie ein
am Tieflöffel angesetztes Planierschild machen aus diesem W 3 Bagger ein Unikat.
Allerdings gehörte das Planierschild zu den regulären Ausrüstungsteilen
für den Pionier! |
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5 Bestzustand: Ein Landwirt
bei Augsburg hat
sich dieses frühen W 3 von 1959 angenommen. Gelegentlich wird damit auch noch
gebaggert.
6 Aus
dem Unterholz geborgen, aber leider doch verschrottet wurde dieser W 3
mit Tieflöffel bei der Firma Kronthaler.
7 Typische Heckansicht eines W 3
Pionier mit den zwei großen Fenstern und dem Motor-Lüftungsgitter.
8 Schleppschaufeleinsatz eines W 3 M in Ostfriesland: Auch das kann
man zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch finden. |
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9 Hier wird das lange und breite Moorlaufwerk des W
3 M deutlich. Der Bagger diente zuletzt in einem Torfwerk.
10 Bei Familie Aswegen im Garten: Der W 3
M baggert für die
Erweiterung des Wohnhauses im Jahre 2005!
11 12 Privatbesitz: Ein Privatmann hat vor einiger Zeit
Gefallen an diesem W 3 Pionier gefunden und den Bagger auf seinem
Grundstück bei Rosenheim aufgestellt. Auch ohne Restaurierung macht der Bagger im
Februar 2009 noch einen guten und vollständigen Eindruck. |
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13 14 15 Das Schmuckstück des Frankfurter Feldbahnmuseums
im Einsatz: Bei einem Bagger- und Lkw-Oldtimertreffen wurde die Maschine
mit ihrer Tieflöffelausrüstung stilgerecht transportiert und mit einer
eigens aufgebauten Feldbahn auch stilgerecht vorgeführt. Nur das
Tranktorlaufwerk des Baggers ist nicht original.
16 So viel Glück hat dieser W 3 bislang nicht
gehabt. Am Rande einer Sandgrube wartet er auf sein Ende. |
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17 18 Ein klassischer Scheunenfund: Im Sommer 2009 wurde dieser W
3 mit Tieflöffelausrüstung von seinem Besitzer ans Tageslicht geholt und
für einen vernünftigen Preis einem Sammler überlassen. Von der
Verglasung abgesehen ist der Bagger komplett und fahrtauglich.
19 In den oberschwäbischen
Mooren wurden häufiger W 3 eingesetzt, um den auf Halde liegenden Torf
in Feldbahnen oder Lkw zu laden. 2010 erinnern noch einige wenige Bagger
an diese Zeiten. Dabei hätte dieser W 3 an der Miete im Hintergrund noch
einiges zu verladen!
20 Im Moor baggern ohne
Weserhütte-Moorlaufwerk funktioniert mit diesem Bagger ebenfalls: Er
erhielt nachträglich ein großes Traktorlaufwerk und hat dadurch einen
sehr geringen Bodendruck. |
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Reserve hat Ruh: In einem ehemaligen Torfwerk in Oberschwaben war
dieser W 3 zuletzt Reservegerät auf dem Lagerplatz.
22 1967 war der Einsatz eines W
3 mit Tieflöffel im Straßenbau nicht ungewöhnlich. Dieses Bild zeigt den
Bagger der Firma Hartwigsen in Glücksburg.
23 Im schleswig-holsteinischen
Melhby wurde 1968 der Bagger der Firma Simonson bei Aushubarbeiten
fotografiert. |
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24 Anno 1970: In der Flensburger Heinrichstraße finden Bauarbeiten statt,
bei denen auch ein W 3 eingesetzt wird.
25 Dieser 1965
gebaute W 3 könnte der letzte seiner Art mit Hochlöffel sein.
Bei einem Liebhaber hat er eine sichere Bleibe gefunden. Das
Bild zeigt die Maschine vor Beginn der grundlegenden
Restaurierung.
26 Im April 2005 wurde im
oberbayrischen Böbing dieser W 3 ausfindig gemacht, der auf dem Hof
einer Baufirma stand. |
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28 29 Ein
W 3 mit "Vollausstattung" wechselte im Herbst 2011 den Besitzer
und sieht nun einer privaten musealen Erhaltung entgegen. Breite
Moorketten, Greiferberuhigung, Fairlead und eine vom Vorbesitzer
gekonnt verbreiterte Kabine zweichnen den W 3 mit der Baunummer
12802 aus. |
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Seilbagger W 3 S
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Die Deutsche Bundesbahn bestellte in den
sechziger Jahren mehrere Serien von W 3 in einer besonderen Bauform mit
kürzerem und rundem Heck. Sie erhielten die Bezeichnung W 3 S. Das nötige
Gegengewicht wurde durch eine massive Ausführung der Rückwand ersetzt. Durch
die Rundung ragten die Bagger bei Arbeiten im Gleis nicht in das Gegengleis
und konnten problemlos auch auf Eisenbahnwaggons stehend eingesetzt werden.
Wahrscheinlich war ein W 3 S auch der letzte von Weserhütte gebaute Bagger
dieses Typs. |
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1 Noch bis 2005 war dieser W 3 S
bei der Deutschen Bahn in Würzburg abgestellt, wo er zum Verladen von Schwellen und
Gleisbaumaterial genutzt wurde.
2 1980 entstand dieses Einsatzbild eines kurzen
Bauzuges der DB: Die 261 bringt den auf einem Flachwagen stehenden W 3 S
zur Gleisbaustelle. 3
Im Dezember 2003 existierte in der Pfalz noch dieser W 3 S aus
Bundesbahn-Beständen. Wieder gut erkennbar ist das kurze und deutlich
gerundete Heck. 4 Kaum
bekannt: Auch nach der Einstellung des W 3 S bestellte die Deutsche
Bundesbahn noch Kurzheck-Bagger bei der Weserhütte. Dabei handelte es
sich um speziell konstruierte W 40, die nur auf den ersten Blick wie der
Typ W 3 S aussehen. Mehr zu diesem Modell finden sie beim
W 40! |
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6 Damit spielt der Chef nach Feierabend: Ein W 3 S
dient 2004 als großes Spielzeug eines
bayrischen Bauunternehmers. Auf Englisch würde man wohl sagen "Pimp my
Pionier!"
7 8 Im Herbst 2011 war der W 3 S im Kieswerk neben dem Schlammteich
zu finden. Immer noch macht er einen hervorragenden Eindruck.
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Ob der links gezeigte W 3 in dieser Form jemals an einen Kunden
ausgeliefert wurde? Die Kettenglieder wurden durch aufgesetzte Stahl-platten
schienengängig gemacht und der Bagger konnte zumindest auf geraden Gleisen
schienengeführt fahren. Ob das auch in Bögen und auf Weichen wie der im
Hintergrund funk-tionierte?
Der Pionier musste auch für andere Besonderheiten herhalten: Eine
Tropenversion mit doppelwandigem Dach sollte auf den Exportmärkten Afrika
und Südamerika die Verkaufs-zahlen erhöhen und für die Eisenbahn wurde ein
spezieller Tieflöffel mit breitem Schotterrechen entwickelt.
Als Extra entwickelte man auch ein Transportfahrwerk mit Gummirädern, mit
dem der Bagger in kürzester Zeit von einem Einsatzort zum Nächsten gebracht
werden konnte. |
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Technische Daten
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Bezeichnung |
W 2, W 3 |
W 3 M |
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Bauzeit |
1955 - 1968 |
1958 - 1968 |
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Stückzahl |
> 1000 |
nicht bekannt |
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Seriennummern W 3 ' |
12001 - 12878 |
12001 - 12878 |
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Leistung |
25 - 36 PS |
28 - 36 PS |
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Motor |
Deutz A2L bzw A3L |
Deutz A2L bzw. A3L |
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Gewicht m.
Gittermast |
6,9 - 8,5 t |
9,7 t |
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Greiferinhalt max. |
0,38 m³ |
0,5 m³ |
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Tieflöffelinhalt max. |
0,3 m³ |
- |
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Schleppschaufelinhalt max. |
0,38 m³ |
0,38 m³ |
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Fels-Klappschaufelinhalt |
0,3 m³ |
- |
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Fahrwerk |
Pendelrollen oder Rollenketten |
Rollenketten |
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Länge Raupenbänder |
2.650 mm |
3.150 mm |
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Breite Unterwagen |
1.800 mm |
2.750 mm |
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Breite Oberwagen |
2.200 mm |
2.200 mm |
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Höhe einschl. Kabine |
n.n. |
2.380 mm |
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max. Auslegerlänge |
9,5 m |
9,00 m |
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Datenstand |
1958 |
1964 |
' Die Nummerierung des W 2 erfolgte nach dem
alten, nicht fortlaufen, Nummernschema. |
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Prospekte und Druckschriften
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Prospekttitel und Innenseite aus der Zeit um
1958 sowie Titel des Datenblatts W 3 M von 1964. |
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Fotos dieser Seite:
R. Aswegen, S. Bollhörner, S. Bongartz, M. Küttner, M. Lohmeyer, U.
Marx, F. Pfeiffer, Slg. F.
Pfeiffer, E. Weber, M. Wenninger, Frankfurter Feldbahnmuseum, Weserhütte
Werkfoto |
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UP
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letztes Update:
21.01.2012 |