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Seilbagger W 12

Ab 1948 führte die Weserhütte einen W 10 im Programm, von dem aber keine Fotos vorliegen. 1953 wurde dieser Typ durch den neu entwickelten W 12 ersetzt. Etwa 170 gebaute Bagger in gut 17 Jahren machen deutlich, dass der W 12 für die Weserhütte ein erfolgreiches Modell war. Mit etwa 45 Tonnen Einsatzgewicht war der Bagger gerade noch handlich genug, um ihn per Tieflader zu verschiedenen Einsatzorten zu transportieren. Historische Fotos zeigen den W 12 häufig mit Hochlöffel. Diese Ausrüstungsvariante scheint zunächst die am weitesten verbreitete gewesen zu sein. Standardmäßig wurde der Bagger mit Pendelrollenlaufwerk geliefert, ab 1966 gab es optional auch das Traktorlaufwerk ab Werk zu kaufen und einzelne ältere Bagger wurden im Lauf der Zeit mit Traktorlaufwerken umgerüstet.
Von dem nur um 1948/1949 angebotenen Vorgänger, dem W 10, sind leider keine Fotos oder Informationen bekannt. Es ist davon auszugehen, dass der Bagger mit Ausnahme des Grabgefäßes und vielleicht der Motorleistung keine signifikanten Unterschiede zur ersten Version des W 12 aufwies.
Gemeinsam mit dem W 24 wurde der W 12 auch nach der Einführung luftgesteuerter Seilbagger 1966/67 noch bis 1970 angeboten.

Pendelrollenlaufwerk

Der W 12 war der letzte Seilbaggertyp, der noch bis 1970 mit dem Pendelrollen-Laufwerk ausgestattet wurde, sofern die Kunden kein Traktorlaufwerk orderten.

Der Antriebsturas. Gut zu erkennen der Eingriff in die Kettenglieder. Dahinter ist der Kettenschutzkasten zu erkennen. Links eines der beiden Pendelrollenlager.

Am anderen Ende ist ein vertikal verschiebbares Laufrad mit Doppelkranz, das über eine Spannfeder die Kette straff hält.

Detailansicht eines Pendelrollenlagers mit den zwei unteren Laufrollen und der Tragrolle oben. Die ganze Konstruktion kann sich bei Unebenheiten um das mittlere Lager bewegen.

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1 In Konz wurde dieser gepflegte W 12 regelmäßig zum Schüttgutumschlag eingesetzt. Sehr gut zu erkennen: Das Pendelrollenfahrwerk.
2 Eine Rarität war 2002 dieser schöne W 12 mit Hochlöffel-Ausrüstung, der bei einer Bauunternehmung in der Schweiz abgestellt war und leider im Frühjahr 2003 den Weg alten Eisens gegangen ist.
3 Dieser W 12 holt Sand und Kies aus Schiffen und Leichtern am Rhein. Das Gerät bekam nachträglich ein moderneres Traktorlaufwerk untergebaut.

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4 Nahe des bayerischen Weichering arbeitet auch 2010 noch ein "vandalismusresistenter" W 12 aus dem Jahr 1964: Vergitterte Fenster und mit Gummimatten abgedeckte Frontscheiben machen es Vandalen schwer, sich an diesem Bagger zu vergreifen.
5 Am Abend des 23. Mai 2010 wurde der W 12 bei Weichering erneut fotografiert.
6 7 Ausgedient? Am 28. August 2011 ist der Weicheringer Bagger neben dem Baggerloch abgestellt. Ein W 180 hatte seine Aufgabe an der Abbaustelle eingenommen.

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8 Ganz versteckt konnte dieser W 12 an einem Kiessee in Bayern entdeckt werden. Dennoch hat ein Krimineller das Typenschild am Heck gestohlen, dass beim ersten Besuch 2004 noch vorhanden war. 2010 wurde die Maschine an einen Kieswerkbetreiber in der Nähe Münchens verkauft.
9 Das Schicksal der meisten alten Maschinen: Schrott! Im März 2003 wurde dieser 1969 gebaute W 12, der ein Traktorlaufwerk besitzt, am Ort seiner langjährigen Wirkungsstätte zerlegt. Die Umläufe waren schon längst demontiert, das Laufwerk stark abgenutzt. Der Oberwagen des Baggers machte aber bis zuletzt einen guten Eindruck.
10 Dagegen sollte er im Oktober 2004 aufgearbeitet werden: Ein W 12 kurz vor dem Sandstrahlen in einem Industriebetrieb an der Schweizer Grenze.
11 In Grevenbroich-Neurath begannen im Sommer 2005 umfangreiche Erdvorarbeiten für das geplante 2. Braunkohlekraftwerk der RWE. Auch ein W 12 der Firma Nowotnik war mit von der Partie.

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12 Bis vor wenigen Jahren war auf dem Bodensee noch dieser W 12 zu Hause, dessen Heimathafen im österreichischen Hardt war.
13 Nicht mehr mit dem Original-Motor, aber sonst gut beieinander: Abgestellter W 12 eines Münchener Transportbeton-Werks im Jahre 2005.
14  Bei Nowotnik standen Weserhütte-Bagger früher hoch im Kurs und mehrere sind bis heute auf dem Lagerplatz des Unternehmens zu finden. Hier auf einem Foto von 2004 ein W 12 aus dem Jahr 1969.

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15 16 Gut versteckt am Rhein hat die Firma Grieshaber einen Lagerplatz, auf dem 2011 noch mehrere Weserhütte-Bagger stehen. Der W 12 darf dabei zu den Raritäten gezählt werden, der im Hintergrund sichtbare W 120 ist noch etwas häufiger anzutreffen.
17 Muss noch Geld verdienen: Am Rhein entlädt dieser W 12 Schiffe. Man beachte auch den massiven Schraubstock: Genau richtig für so robuste Bagger!

  Technische Daten
 
Bezeichnung W 12
Bauzeit 1953 - 1970
Stückzahl > 170
Seriennummern 10001 ff.'
Leistung 120 - 140 PS
Motor MWM oder Deutz
Gewicht 43 - 46 t
Greiferinhalt 1,2 m³
Hochlöffelinhalt 1,4 m³
Schleppschaufelinhalt 1,5 m³
Fahrwerk Pendelrollen oder Traktorlaufwerk
Länge der Raupenbänder ?
Länge Unterwagen ?
Kettenbreite ?
Breite Unterwagen ?
Höhe einschl. Kabine ?
max. Auslegerlänge 18,0 m
  ' = Die vor 1955 gebauten Bagger hatten andere, nicht fortlaufende Fabriknummern im 3000er Bereich.
  Prospekte und Druckschriften
 
  Prospekttitel ca. 1960
   
  Fotos dieser Seite: B. Bahni, B. Fabritius, M. Marent, T. Meier, F. Pfeiffer, E. Weber
UP  |  letztes Update: 18.09.2011