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Seilbagger W 100 und W 120

Die Typen W 100 und W 120 unterscheiden sich durch die Fahrwerke und Anordnung der Fenster und Türen. Während der W 100 für schwere Steinbruch-Einsätze ein unempfindlicheres und völlig gekapseltes Baggerlaufwerk hat, verfügt der W 120 über ein Traktorlaufwerk, dass bei Einsätzen mit Gittermast und Schürfkübel mehr Standsicherheit bietet. Anhand der gezeigten Bilder sieht man aber, dass auch der W 100 mit Gittermast eingesetzt wird. Außerdem ist wenigstens ein W 100 bekannt, der mit einem Traktorlaufwerk ausgerüstet wurde. Dank vereinheitlichter Bauweise kann das durchaus auch nachträglich geschehen sein. Die 1967 eingeführten Modelle wurden noch 1986 optisch verjüngt, indem man einen neuen kantigen Oberwagen verwendete. So wurden die letzten 12 Bagger ausgeliefert.
Der W 120 war der letzte Bagger, der von Weserhütte noch mit einer Tieflöffelausrüstung angeboten wurde. Bei dieser wurde das Kippen des Löffels allerdings nicht mehr durch Seilzug, sondern durch einen Hydraulikzylinder gesteuert. Ob diese Mischung aus Mechanik und Hydraulik in größerem Umfang verkauft worden ist, ist leider nicht bekannt. Erfolgreicher war auf jeden Fall der Einsatz des W 120 als Trägergerät für Rammen, Rüttler und Mäkler. Speziell auf die Leistungsmerkmale des Baggers zugeschnitten wurde die Ramme RW 120 konstruiert.
Der W 100/W 120 war ein sehr erfolgreicher Baggertyp der Weserhütte, denn er wurde über 20 Jahre lang angeboten und konnte mindestens 258 mal verkauft werden.

 
Seilbagger W 100
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1 Dieser W 100 wird seine Karriere wohl mit dem Baggern von Schlamm aus dem Absetzbecken in einem Kieswerk beenden.
2 Zum Knäppern wird im Schwarzwald dieser W 100 eingesetzt. Zur Erhöhung der Standsicherheit wurden massive Stahlbohlen an den Rahmen des Unterwagens montiert.
3 Der W 100 wurde speziell für Einsätze in Steinbrüchen angeboten und in der Regel mit Hochlöffel ausgerüstet. Dieser war der letzte seiner Art, der wirklich noch einen Hochlöffel besaß. Verschrottet wurde er in Bissendorf bei Osnabrück Ende 2005.

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4 Noch eingesetzt wird im März 2003 dieser W 100, der Schlamm baggert und mittels Schleppschaufel in einen Lkw lädt. Hier ist der völlig gekapselte Raupenwagen-Unterwagen gut zu erkennen.
5 Ein nachträglich mit Traktorlaufwerk ausgestatteter W 100. Der 1981 gebaute Bagger dürfte früher mit einer Ramme gearbeitet haben, wie die Dachreling und der seitliche Umlauf erkennen lassen. Mehrere W 100 wurden später mit den moderneren Traktorlaufwerken ausgerüstet, nachdem ihre Karriere im Steinbruch beendet war.

Seilbagger W 120
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1 Der niedrige Rollenbock und die abweichende Türanordnung bei diesem W 120 deuten auf einen der ersten zehn seiner Bauart hin, denn nur diese Bagger besaßen keinen A-Bock. Leider war kein Blick auf das Typenschild möglich.
2 Knäppern ist die Aufgabe dieses W 120 in einem Steinbruch im Schwarzwald. Damit wird das Zertrümmern großer Felsbrocken bezeichnet, wozu der Bagger am Ausleger ein massives Stahlelement trägt.
3 Pause bei Ingolstadt: Nur gelegentlich wird der W 120 noch zum Baggern von Kies eingesetzt.
4 Winterliches Stillleben: Dieser W 120 hat nach vielen Jahren Arbeit in Deutschland sein Exil in Ungarn gefunden.

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5  6  7 Schnell noch ein paar Kübel schwingen, dann ist Zwangspause. Der Herr von der Dekra ist da und prüft den W 120 auf Herz und Nieren. Dazu muss auch der Ausleger abgesenkt werden. Einige Jahre später wurde der Bagger im August 2011 wieder fotografiert (Bild 7).
8  Bei Trier baggert dieser W 120 an Stellen, die eine große Schrapperanlage nicht erreicht.

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9 10  Der W 120 von Heinrich Hirdes bei unterschiedlichen Aufgaben in Rostock: Beim Rammen zeigt der Bagger seine Fähigkeiten ebenso wie beim Aufstellen eines überdimensionalen Neptun-Standbildes am neuen Yachthafen. Später wurde die Maschine nach Polen verkauft.
11  Wasserbau-Firmen gibt es in Berlin eine ganze Menge. Diese setzt einen W 120 ein, dessen Ponton im Januar 2006 in Gatow allerdings eingefroren ist.
12  Als Kran wird im Bremer Hafen dieser W 120 eingesetzt. J. Voigt zoomte über das Hafenbecken auf den Bagger.

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13 Ein "getunter" Weserhütte W 120 der Firma Johann Wacht im Oktober 2001 bei Trier. Man beachte die vergrößerte Kabine und die stabilen Umläufe. Auch die erhaben angebrachte Typenbezeichnung am Kontergewicht haben die Wacht-Mitarbeiter selber gebastelt.
14 Bei Peine steht dieser W 120, bei dem die Rostschutzfarbe wohl den Teil des Baggers markiert, der nach einem Unfall mit anderen Bauteilen erneuert wurde.
15 Eine Verjüngungskur täte ihm gut: Norddeutscher W 120 in einer Sandgrube bei Owschlag.
16 Verjüngt wurde der Bagger von Bild 15 nicht, als er im Herbst 2011 erneut fotografiert wurde. Allerdings war erkennbar, dass technisch notwendige Maßnahmen auch durchgeführt wurden.

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17  Auf einem Lagerplatz der Firma Grieshaber steht im Juni 2011 dieser W 120. Im Hintergrund wartet ein W 12 aus der gleichen Größenklasse.
18  Gezeichnet vom langen Einsatz ist dieser W 120 einer niedersächsischen Ziegelei.
19 Der frische Lack nützte dem W 120 der Bremer Firma Herdejürgen nichts mehr: Das Unternehmen ging bald darauf in Konkurs und der Bagger wurde mit unbekanntem Ziel verkauft.

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20 Diesem W 120 in einer Sandgrube in der Lüneburger Heide sieht man seine Vergangenheit als Trägergerät noch an: Dachreling und breiter Umlauf sowie Zusatzgewichte am Heck waren nur bei Baggern üblich, die zum Rammen oder mit Bohrmaschinen eingesetzt wurden.
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21 22 Im Sommer 2005 baggerte dieser W 120 aus der letzten Bauserie sowie ein Sennebogen Schlick aus dem Wasser in Bremen. Beide Bagger waren auf einem Ponton eingesetzt und arbeiteten mit steil gestellten Auslegern.
23 Fundstück im Kohlenpott: Der viertletzte W 120 hatte seine Heimat 2002 im Ruhrgebiet.
24 Von Bremen über das Voralpenland nach Rumänien: Der W 120 baggert 2005 nur kurzzeitig in einer Kiesgrube bei Mindelheim. Der Weiterverkauf nach Rumänien war wohl schon beschlossene Sache.

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25 26 27 1986 baute die Weserhütte den 120 255 als vorletzten Bagger dieses erfolgreichen Typs. Im Januar 2009 wartete er als Leihgerät eines Händlers in einem Kieswerk bei Donauwörth auf das Ende der Winterpause.

W 120 Raupenseilbagger mit Hochkabine

Mit einer Hochkabine wurden Seilbagger ausgestattet, wenn sie für Verlade- und Umschlagarbeiten vorgesehen waren. Aus der erhöhten Position konnte der Maschinist über die Bordwände von Eisenbahnwagen oder Lkw blicken und hatte eine bessere Einsicht in den Laderaum von Schiffen. Heutzutage übernehmen Bagger mit hydraulisch teleskopierbaren Kabinen diese Aufgaben. Der W 120 wurde mehrfach mit Hochkabine gebaut. Dabei fallen die unterschiedlichen Bauarten mit schräger bzw. mit gerader Front auf.

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1 Einsatz in Hanau: Ein W 120 mit Hochkabine. Man beachte die Unterschiede bei der Konstruktion der Fahrerstände der gezeigten Hochkabinen-Bagger! Der Hanauer Bagger ist 2007 leider im Hochofen gelandet, er wurde durch einen Liebherr Hydraulikbagger ersetzt. A. Schleelein fotografierte die Maschine im Frühjahr 2006. Am Heck trägt der Bagger noch ein Zusatzgewicht von Menck, das mit Ketten befestigt wurde.
2 Ebenfalls im Schüttgutumschlag zum Binnenschiff war dieser W 120 tätig. Seine Parkposition verrät allerdings, dass er zum Aufnahmezeitpunkt nicht mehr eingesetzt wurde.
3 In Veitshöchheim übernahm dieser W 120 Umschlagarbeiten, wenn der große Portalkran im Hintergrund nicht betriebsbereit war oder es sehr schnell gehen musste.

W 120 Raupenseilbagger als Hochbaukran
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1 1972 stellte Weserhütte den W 120 mit Hochbaukraneinrichtung aus. Die maximale Auslegerlänge beträgt 30 m, die maximale Tragkraft 24 Tonnen. Dazu der Originaltext der Weserhütte: "Antriebsart, Steuerungssystem und Kransicherheitseinrichtungen garantieren einen funktionssicheren Einsatz." Ob das wohl viele Käufer überzeugt hat?

W 120 Nächtlicher Tiefladertransport

Ein W 120 der Firma Oppermann wird nachts von einem Kieswerk in ein anderes überführt. Zur Bildreportage klicken Sie bitte hier.

  Technische Daten
 
Bezeichnung W 100 W 120
Bauzeit 1967 - 1986 1967 - 1992
Stückzahlen mind. 258* mind. 258*
Seriennummern 120001 ff.* 120001 ff.*
Motor DEUTZ F6L 714, 6 Zyl.' DEUTZ F6L 714, 6 Zyl.'
Leistung 140 PS, eingestellt auf 132 PS 140 PS, eingestellt auf 132 PS
max. Gewicht m. Schleppschaufel u. Betriebsmitteln 34,0 t 41,0 t
Greiferinhalt n.n. 1,2 m³
Schleppschaufelinhalt n.n. 1,5 m³
Tieflöffelinhalt n.n. 0,9 m³
Fahrwerk Baggerlaufwerk Traktorlaufwerk
Länge Unterwagen n.n. 4.460 mm
Breite Unterwagen n.n. 3.530 mm
Breite Oberwagen n.n. 3.210 mm
Höhe einschl. ausgekl. Rollenbock n.n. 3.910 mm
max. Auslegerlänge 19 m 19 m
Datenstand 1968 1968
* Die W 100 erhielten keine eigene Nummernreihe, sondern nur die geänderte Typenbezeichnung auf dem Fabrikschild. Ab 120 257 wurden die Bagger von der Firma Sürken in Papenburg gebaut.
' Der Bagger konnte auf Wunsch auch mit Elektroantrieb mit Drehstrom-Schleifringläufer-Motor ausgestattet werden.
  Prospekte und Druckschriften
 
 

Erster Prospekt des W 100 / W 120 aus dem Jahr 1968 (links) sowie ganzseitige Zeitschriften-Annonce mit einem der ersten zehn W 120 aus der Zeit um 1970 (Mitte). Rechts ein Übersichtblatt über das Baggerprogramm 1973 mit einer Abbildung des teilhydraulischen Tieflöffels am W 120.

   
  Fotos dieser Seite: S. Bongartz, S. Gmeiner, A. Nemédi-Tóth, A. Nolte, F. Pfeiffer, Slg. F. Pfeiffer, N. Schaarschmidt, A. Schleelein, B. Striepe, E. Weber
UP  |  letztes Update: 04.12.2011