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Seilbagger SW 530 und SW 760

Die Riesen unter den neueren deutschen Seilbaggern hat Weserhütte mit den Typen SW 530 und SW 760 konstruiert. Obwohl nur zehn Bagger verkauft werden konnten, sind auch in der Gegenwart noch drei Stück in Deutschland.

Größere Seilbagger als die Weserhütte Typen SW 530 und SW 760 wurden in Deutschland nicht mehr gebaut. Die Ende der siebziger Jahre entwickelten Maschinen hatten Abmessungen, wie sie zuvor nur von Menck-Elektrobaggern aus den fünfziger und sechziger Jahren bekannt waren. In der Gegenwart sind es die zu Raupenkranen weiterentwickelten Geräte, die den SW 530 und SW 760 den Rang abgelaufen haben. Nennenswerte Stückzahlen konnte Weserhütte nicht absetzen, denn für die großen Geräte gab und gibt es nur wenig Einsatzmöglichkeiten. Die von Sürken geplante Weiterentwicklung als SW 531 und SW 761 kam nur noch auf dem Papier zustande.
Größter Bagger überhaupt war der 1983 aus dem SW 760 für einen speziellen Einsatz in den Niederlanden entwickelte
SW 760 STL.
Wirken die beiden Typen auf den ersten Blick gleich, gibt es doch markante Unterschiede, an denen sie unterschieden gehalten werden können: Der Aufrichtmast des SW 530 besitzt nur eine Querstrebe, der des SW 760 hat zwei davon. In der Rückansicht fallen beim SW 530 zwei Maschinenraumfenster auf, während der SW 760 drei besitzt.

 
Raupenseilbagger und Trägergerät SW 530
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Einer von zwei aktiven SW 530 in Deutschland ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts dieser Bagger, der unweit Münchens in einer Kiesgrube steht. Im Mai 1982 wurde er mit der Baunummer 530 002 an die Südchemie in Moosburg geliefert, wechselte später zur Hamburger Wasserbau-Firma Möbius, die für den Riesen keine Verwendung mehr hatte und ihn im Herbst 2002 an den bayrischen Seilbagger-Betreiber weiter verkaufte.
2  Wahre Größe: 8,5 Cubic Yards fasst die Schleppschaufel des SW 530.
3  Ein Größenvergleich lässt den Sattelzug, der keine zehn Meter neben dem Bagger steht, ziemlich klein aussehen!
4  Vor dem Laufwerk mit den mächtigen Flachbodenplatten fällt der Webmaster dieser Homepage kaum auf ...

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5  Eine weitere Ansicht zeigt den zu diesem Zeitpunkt bei Dachau stehenden SW 530 von schräg hinten. Leider hat er vor Jahren den überdimensionalen Weserhütte-Schriftzug am Gegengewichts-Kasten verloren.
6 7  Ein weiterer SW 530 mit der Baunummer 530 003 stand im Nordharz in einer Kiesgrube. Der Bagger wurde seit längerem nicht mehr eingesetzt und stand 2008 auch zum Verkauf. Im Frühjahr 2009 übernahm das selbe Unternehmen den Bagger, das bereits die auf den Bildern 1 bis 4 gezeigte Maschine besitzt. Dieser SW 530 ist äußerlich näher am Ursprungszustand und besitzt keine Laufgitter an der Kabine. Er wurde ursprünglich in einen schottischen Kohlentagebau geliefert.
8  Das Werkbild der Weserhütte zeigt einen SW 530 nach dem Probeaufbau im Werk Bad Oeynhausen. Um zum Kunden zu gelangen, musste die Maschine wieder in ihre Baugruppen zerlegt werden.

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9 10  Eine ganze Flotte Tieflader transportierte den 530 003 von Vienenburg im Nordharz nach Mindelheim. Zum Wiederaufbau musste ein Menck M 750-Seilbagger eingesetzt werden, der optisch als Liebherr "getarnt" ist. Beeindruckend schon bei der Aufbauphase sind die Größenunterschiede!
11  Beinahe fertig: Frisches Gelb verleiht dem Bagger wieder ein ansprechendes Äußeres.

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12 13 14  Und das ist der 530 003 in seinem neuen Arbeitsgebiet in Nassenbeuren bei Mindelheim: Frisch lackiert und - ein Schelm, wer Böses dabei denkt - als SW 531 bezeichnet, kommt der im Juni 1983 ausgelieferte Bagger im August 2009 in einem Kieswerk zum Einsatz.

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15  Der Arbeitsplatz im SW 530 ist nicht nur über vier Meter über dem Boden, sondern wirkt auch immer noch zeitgemäß. Der Verzicht auf diverse Bordcomputer kann sich sogar positiv auf die Lebenserwartung auswirken.
16 Mehr Power! Der Caterpillar D 3412 T schöpft seine Kraft aus 12 Zylindern und erzeugt 575 PS.
17  Doppelt hält besser: Zwei Zahnräder übertragen die Drehbewegung des Oberwagen auf den Zahnkranz.

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18 Seit dem Sommer 2011 baggern beide SW 530 südlich von Neuburg an der Donau in zwei Kiesgruben der Donau-Moos-Kies, die nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt liegen. Hier der 530 002, erkennbar vor allem an den Umlaufblechen und Geländern an der Fahrerkabine, am 28.08.2011.
19 20 Und hier der 530 003, der ebenfalls am 28.08.2011 fotografiert wurde.

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20  Unscheinbares Foto, aber interessanter Bagger: Der 530 004 wurde als Pontonbagger für den Wasserbau an ein Unternehmen in Großbritannien geliefert. Auf diesem Werksfoto ist er mit einem 5 m³ Geifer zu sehen.
21 22 Jacksonville, Florida, im Sommer 2010: Wer hätte hier einen Weserhütte-Bagger erwartet? Es ist der 530 005, der ursprünglich der Firma Möbius in Hambur gehörte und schon früh in die USA verkauft wurde. Lange Zeit im Hafen von Boston auf einem Ponton im Einsatz, wurde er 2010 in Florida gründlich aufgearbeitet.

Raupenseilbagger und Trägergerät SW 760
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1  Baggerarbeiten im Elbfahrwasser bei Blankenese waren für den SW 760 der Firma Möbius nichts ungewöhnliches. Auf dem Ponton werden gleich mehrere große Greifer bereit gehalten.
2 3  Im Oktober 2002 wurde der SW 760 bei Möbius außer Betrieb genommen. Hier laufen die Vorbereitungen zur Abrüstung des riesigen Geräts, damit er anschließend von mehreren Autokränen an Land gesetzt werden kann. Wer hätte damals gedacht, dass die Maschine 2008 wieder in Fahrt kommt!
4  Nach längerer Abstellzeit und mit diversen Umbauten ist der SW 760 im Jahre 2008 bereit, zur Baustelle des Jade-Weser-Ports nach Wilhelmshaven transportiert zu werden.

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5  Viel Arbeit bedeutete es, einen SW 760 in Bad Oeynhausen komplett aufzubauen, im Freigelände zu testen und anschließend wieder in seine Hauptbaugruppen zu zerlegen, um ihn zu seinem Kunden transportieren zu können. Hier ist ein noch nicht endgültig lackierter Bagger auf dem Testgelände zu sehen.

Weitere Bilder vom SW 760 finden sie hier.
 
SW 760 STL Steineleger
Dem SW 760 STL ist eine eigene Seite gewidmet. Klicken Sie bitte hier.
  Technische Daten
 
Bezeichnung SW 530 SW 760
Bauzeit 1977 - 1987 1980 - 1987
Stückzahl 5 5
Seriennummern 530001 - 530005 760009 - 760013
Leistung 563 PS 862 PS
Motor CAT D 3412 T - 12 Zylinder CAT D 348 TAU - 12 Zylinder
Dienstgewicht Grundgerät 181 t 234 t
Gesamtgewicht 200 t mit 36,0 m Ausleger und 5,3 m³ Schleppschaufel 273 t mit 45,0 m Ausleger und 7,6 m³ Schleppschaufel
Schleppschaufelinhalt Standard 6,1 m³ bei max. 30,0 m Auslegerlänge 8,4 m³ bei max. 39,0 m Auslegerlänge
Greiferinhalt Standard 6,0 m³ 8,0 m³
Fahrwerk Flachbodenplatten Flachbodenplatten
Länge Raupenbänder 8.400 mm 10.300 mm
Breite Raupenbänder 1.200 mm / 1.500 mm 1.200 mm / 1.500 mm
Breite Unterwagen über Antriebe 8.440 mm 10.540 mm'
Breite Oberwagen 5.600 mm 6.500 mm
Höhe m. eingekl. Stützbock 5.700 mm 6.200 mm
max. Auslegerlänge 48 m 75 m
Beide Bagger sind watfähig bis zu einer Wassertiefe von 1,80 m.
Die Daten des SW 530 beziehen sich auf Unterlagen von 1979, die des SW 760 auf solche von 1980.
' Die Breite variiert je nach verwendeten Raupenbändern: 1.500 mm, 1.800 mm bzw. 2.200 mm breite Raupen waren erhältlich.
 
Gewichte SW 530 SW 760
Raupen-Unterwagen 82.500 kg / 85.400 kg 106.500 kg
Oberwagen m. Stützmast 78.500 kg / 81.800 kg 103.500 kg
Gegengewichte 20.000 kg / 20.000 kg 24.000 kg
  Daten 1979 / 1985  
  Speziell für den von der Firma Möbius auf einem Ponton eingesetzten SW 760 liegen weitere Daten vor:
Auslegerlänge 57 m x
Hublast 120 t bei 8 m Überhang 11,9 t bei 50 m Überhang
Ponton-Maße Länge / Breite / Tiefe 60,00 m / 24,00 m / 4,70 m 24.000 kg
  Prospekte und Druckschriften
 
 

Titel des SW530 und SW 760 Prospekts von 1978 (links) sowie eine Anzeige, die den nach Schottland gelieferten SW 530 zeigt (Mitte). Rechts der letzte Prospekttitel von 1985 mit dem Firmenlogo PWH (Pohling Weserhütte).

   
  Fotos dieser Seite: P. Aust, C. Kromer, F. Pfeiffer, Slg. F. Pfeiffer, B. Striepe, R. Timm, W. Zenker
UP  |  letztes Update: 18.09.2011