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Die Seilbagger  L5   L 7   L 8   L 11   L 18

1904 wurde der erste Löffelbagger in Deutschland gebaut und vier Jahre später hatte auch das Eisenwerk Weserhütte mit dem L 8 einen ersten Bagger auf die Schienen gestellt. Es folgten die Typen L 5, L 7, L 11 und L 18, die zunächst alle nur als Heißdampf-Dampflöffelbagger mit Schienenfahrwerk erhältlich waren. Wohl nach dem Ersten Weltkrieg wurden diese Bagger auch mit Elektroantrieb angeboten. Dabei übernahmen mehrere Elektromotoren die nötigen Bewegungen für Hubwerk, Vorschub und Drehwerk. Die Bagger konnten auch mit einer pneumatischen Löffelklappe ausgestattet werden, was in dieser Zeit auch andere Hersteller anboten. Auf Bildern erkennt man dann meist den Druckluftschlauch, der entlang des Auslegers vom Schutzhaus zum Löffel geführt wurde.
Eingesetzt wurden solche Bagger in großen Steinbrüchen oder bei großen Erdbewegungs-Maßnahmen, wie sie in jener Zeit vor allem beim Eisenbahn-Bau nötig waren.
Die "L"-Reihe wurde ab 1924 durch die "LR"-Reihe ersetzt, die Raupenfahrwerke besaß und auch schon mit Dieselmotor geliefert werden konnte. L 11 und L 18 wurden allerdings noch bis 1932 angeboten.

 
Seilbagger L 5
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1 Hier ist ein L 5 mit Elektroantrieb dabei, seine Fahrbahn zu versetzen. Dazu muss ein Gleisjoch aufgenommen und auf der anderen Seite des Baggers wieder abgesetzt werden. Anschließend kann der Bagger auf das verlegte Joch fahren und mit den Erdarbeiten weitermachen.

Seilbagger L 7
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1 Ob diese Werkszeichnung aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wirklich einen L 7 zeigt, ist leider ungewiss. Dafür sind die Einzelheiten, wie die Zuleitung des Druckluftschlauchs zur Löffelklappe sehr schön erkennbar.

Seilbagger L 8
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1  2 1910 oder 1911 wurde dieser L 8 gebaut, der bis etwa 1969 in einem westdeutschen Steinbruch eingesetzt wurde. Damit war er wohl der letzte auf Schienen fahrende Löffelbagger in der Bundesrepublik Deutschland! Schon Anfang der 1950er Jahre warb die Weserhütte mit der Robustheit dieses Baggers, wie man der Anzeige aus der Zeitschrift Baumaschine & Bautechnik entnehmen kann.
3 Der L 8 wurde natürlich auch mit Dampfantrieb angeboten und hatte dadurch einen völlig anderen Aufbau. Dieses Foto wurde im Laufe der Jahrzehnte leider häufiger retuschiert und reproduziert, so dass die Qualität sehr bescheiden ist. Es ist jedoch die einzige mir bekannte Aufnahme eines L 8 mit Dampfantrieb.

Seilbagger L 11
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1 Auch der L 11 wies den für Dampfbagger typischen Buckel auf, in dem der stehende Kessel untergebracht war. Auffällig an den frühen Weserhütte-Löffelbaggern war zudem der stark gerundete Löffel. Auf einem historischen Foto wird dasselbe Motive mit einem Bagger Typ L 12 beschrieben. Ein L 12 ist sonst aber nirgendwo bei Weserhütte erwähnt.
2 Eng ging es zu im Schutzhaus eines Dampfbaggers: Vorne die Hebelei für den Baggerführer, vor der Seilwinde das Getriebe, dahinter der stehende Heißdampf-Kessel, rechts in der Ecke der Kohlenkasten mit der Ausschütte und den daran befestigten Schürhaken. Drei Mann arbeiteten damals in so einem Bagger: Der Maschinist, der Heizer und ein Schmierer.

Seilbagger L 18
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1 Ein mächtiges Gerät war der L 18, den das Eisenwerk Weserhütte 1919 auf den Markt brachte. Der Mann im Vordergrund ermöglicht einen guten Vergleich: 70 kg gegen 70.000 kg!
2 Nicht ganz so ausgeprägt war der Buckel, wenn der L 18 einen Elektroantrieb besaß. Diese Aufnahme zeigt ihn beim Beladen eines Feldbahnzuges in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
3 Der L 18 als Heißdampf-Löffelbagger mit einem 2 m³ Löffel und der durch Druckluft betätigten Bodenklappe beim Abtragen von Sand.

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4 Auch auf dieser Aufnahme sind die Druckluft-Einrichtungen zur Betätigung der Löffelklappe zu erkennen. Geradezu winzig wirkt der Arbeiter auf dem Dach des Baggers.

  Technische Daten
 
Bezeichnung L 5 L 7 L 8 L 11 L 18
Bauzeit 1913 - 1913 - 1908 - 1913 1919 - 1932 1919 - 1932
Stückzahlen ? ? ? ? ?
Motor Dampf/Elektro Dampf/Elektro Dampf/Elektro Dampf/Elektro Dampf/Elektro
Leistung 40 PS ? ? ? ?
Gewicht 23 t ? 30 t 46 t 70 t
Hochlöffelinhalt 0,5 - 0,75 m³ 1,0 m³ 0,8 m³ 1,5 m³ 2,0 - 2,5 m³
Länge Raupenbänder ? ? ? ? ?
Breite Unterwagen ? ? ? ? ?
Breite Oberwagen ? ? ? ? ?
Höhe über Schutzhaus 3.750 mm* ? 4.000 mm* 5.000 mm* 6.500 mm*
max. Auslegerlänge ? ? ? ? ?
Datenstand ? ? ? ? ?
 

Leider sind die zur Verfügung stehenden Daten dürftig. Historische Unterlagen, gerne auch in Kopie, könnten zur Vervollständigung beitragen. Bitte melden Sie sich unter
 

Mit "*" versehene Daten wurden dem Buch: Gabotz "Maschinenwesen beim Baubetrieb, Band 3, Technische Hochschule Berlin 1937 entnommen. Dort werden für die Bagger auch andere Dienstgewichte mit Hochlöffelausrüstung genannt: L5 = 22 t / L8 = 29 t / L11 = 42 t / L18 = 55 t.

  Prospekte und Druckschriften
 
 

Annonce der Weserhütte von 1921 mit einem Dampf-Löffelbagger. Die Abspannung des Hochlöffels deutet auf einen L 11 hin.

   
  Fotos dieser Seite: Slg. F. Pfeiffer
UP  |  letztes Update: 29.10.2011