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Hydraulikbagger
Ihrer Zeit waren sie
voraus und sie konnten sich gegen die bereits etablierte Konkurrenz
nicht durchsetzen. Doch der Ruf der Weserhütte-Hydraulikbagger hat sich
bis in die Gegenwart gehalten.
Weserhütte stellte 1962 seinen ersten Hydraulikbagger vor.
Zu diesem Zeitpunkt boten andere große deutsche Hersteller, wie Demag
und Orenstein & Koppel bereits ein komplettes Sortiment solcher
Maschinen im unteren und mittleren Leistungsbereich an. Lange hatte man
bei der Weserhütte nicht einsehen wollen, dass diesen Baggern die
Zukunft gehören würde. Als man schließlich reagierte und 1962 im Rahmen
einer Kooperation mit der französischen Firma Choc* ein erstes Modell
anbot,
war zum einen die Kundschaft nicht davon überzeugt, dass Weserhütte
hydraulische Bagger bauen könne und zum anderen Bedienung und Leistung
des Modells qualitativ schlechter als die Modelle der Konkurrenz.
Von Choc hatte man einen Mobil- und einen Raupenbagger des Typs A
übernommen und
lackierte sie in blau mit den typischen Weserhütte-Zierstreifen in weiß.
Statt einer Typenbezeichnung erhielten sie den Namen "Hydrowolff". Ob
und wie viele Bagger dieses Typs tatsächlich auf den Markt gekommen
sind, ist ungewiss. Allerdings wurde der Bagger auf der Hannover-Messe
präsentiert und taucht als Zeichnung auch auf den technischen
Datenblättern des später entwickelten, echten Hydrowolffs auf.
Dieser wurde 1964 vorgestellt und auf den Markt gebracht. Vom
Choc-Bagger wurde die gegenüber allen anderen Herstellern abweichende Ausleger-Kinematik
übernommen. Damit war ein nahezu senkrechtes Baggern in bis zu 9,5 m
Tiefe möglich. Auch das Design des Baggers war neu entwickelt worden,
besaß aber noch nicht die typischen runden Formen späterer
Hydraulikbagger von Weserhütte. Die Kabinenform wurde später nochmals
geringfügig geändert, ehe 1969 schließlich der optisch völlig anders
konstruierte HW 70 auf den Markt kam.
Kurz zuvor war der neue
Mobilbagger HW 70 M vorgestellt worden, der den
WESERWOLFF und den
PIONIER ablösen sollte. Mit ihm war die runde
Bauweise des Oberwagen eingeführt worden, die auch bei der Anfang der
70er Jahre vollzogenen Erweiterung des Angebots um die Modelle HW 50, HW
110 und HW 150 beibehalten wurde. Die Typen HW 110 und HW 150 gingen
nicht in Serie, sondern wurden durch den leistungstechnisch dazwischen
liegenden HW 130 ersetzt. Schließlich wurde für den Einsatz in
Steinbrüchen noch der große
HW 250 entwickelt, dessen Äußeres keine der
typischen Weserhütte-Stilmerkmale mehr besaß. Ein größerer
Verkaufserfolg war allein den Typen HW 70 M und
HW 70 R beschieden, die
um 1973 in modifizierter Bauweise als HW 75 M und
HW 75 R weitergebaut
wurden. Während alle anderen Modelle in der zweiten Hälfte der 70er
Jahre wieder vom Markt genommen wurden, blieb der HW 75 noch bis Ende
1982 im Angebot.
Leider hat man bei Weserhütte versäumt, die Hydraulikbagger nach ihrer
Einführung konsequent weiterzuentwickeln und zu vermarkten. Potential
besaßen die Hydrowölffe auf jeden Fall.
*Choc = Compagnie des engines Hydro mécaniques de Chantiers mit Sitz in Lyon. |
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