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Mobilbagger HW 70 M und HW 75 M


Dem Raupenbagger HW 70 R wurde auch eine Mobilversion zur Seite gestellt, die durch ihren schweren Unterwagen auffiel. Problematisch war auch hier der Transport mit dem langen Ausleger.

Nach dem wenig erfolgreichen Choc-Bagger und dem besser gelungenen Hydrowolff der ersten Bauform wurde in den späten sechziger Jahren ein neues Design eingeführt, dessen typische Merkmale die nach vorn geneigte Kabine und das völlig runde Baggerheck waren. Den typischen Ausleger hatte man beibehalten. Durch die Überarbeitung war ein sehr gefälliges Baggermodell entstanden, dessen Eigenarten erst in den 1990er Jahren von einigen Herstellern wieder aufgegriffen wurden. Zunächst war der Mobilbagger HW 70 M neu entwickelt worden, anschließend wurde 1969 auch die Raupenversion HW 70 R  vorgestellt. Offenbar litten die beiden Modelle an einer Reihe kleinerer Konstruktionsmängel, denn in den folgenden Jahren wurden die Bagger nicht nur zu den Typen HW 75 M und HW 75 R weiterentwickelt, sondern gebrauchte Geräte wurden zurück genommen, überarbeitet und zum Teil ebenfalls als HW 75 wieder verkauft.
Bei der Überarbeitung des Typs HW 70 zum HW 75 wurde die zunächst fast kreisrunde Oberwagenplattform an der Vorderseite begradigt. Auch die gebrauchten HW 70 wurden derart umgebaut, sie ließen sich aber durch das kleinere Lüftungsgitter links vom Auslegerfuß und einige andere kleinere Unterschiede von den Neufahrzeugen unterscheiden. Durch weitere Umbauten der Besitzer oder die Lieferung neuerer Ersatzteile sind später auch Mischformen entstanden, die auf den ersten Blick keiner der beiden Bauarten zuzuordnen sind.
1970 wurde das Design der Weserhütte-Hydraulikbagger, für das E. Hofmann-Igl verantwortlich zeichnete, in der Kategorie "Transport und Verkehr" mit dem renommierten "iF Product Design Award" ausgezeichnet.
Nach 1973 erfolgten bei Weserhütte keine Neukonstruktionen mehr und Anfang der achtziger Jahre wurden die Hydraulikbagger wieder vom Markt genommen. Erstaunlicherweise haben viele Hydrowölffe bis in die späten 1990er Jahre überlebt.

 
Mobilbagger HW 70 M
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1  2 Der Prototyp des HW 70 M ist erhalten geblieben, trägt aber einen Ausleger der Nachfolgebauart HW 75. Dieser Bagger verfügt noch nicht über die Stützpratzen. Bild 2 entstand während des Alttraktoren-, Lkw- und Baumaschinentreffens in Venne 2007.
3 Diese Aufnahme zeigt den zweiten HW 70 M Prototyp, der ebenfalls erhalten geblieben ist. Bei einem Unternehmen in der Nähe seines Entstehungsortes übernimmt er noch leichte Aufgaben.

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4 Bei der Serienbauart sind die Pratzen nicht zu übersehen, die die Standfestigkeit des Mobilbaggers im Einsatz wesentlich verbessern. Hier eine Abbildung des 70080.
5 Anfang des 21. Jahrhunderts wurde dieser HW 70 M noch eingesetzt, um in einem Industriebetrieb Metallabfälle zu sortieren und zu verladen.
6 Diese auffällige Farbgebung trugen alle Weserhütte-Hydraulikbagger eines Unternehmens aus Nordbayern. Der HW 70 M war kurz zuvor neu lackiert worden.
7 In einem Sägewerk bei Lenggries dient ein HW 70 M zum Verladen und Sortieren von Baumstämmen. Dazu wurde ein spezieller Greifer montiert.

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8 Der HW 70 M konnte auch mit einer Zweiwege-Ausstattung versehen werden. Die hydraulisch absenkbaren Schienenfahrwerke bezog Weserhütte von einem Zuliefer-Unternehmen. Auffällig sind auch die runden Zusatzscheinwerfer. Während das vorgeschriebene dritte Spitzenlicht auf dem Bild nicht sichtbar ist, war eine Zweimann-Kabine damals noch nicht vorgeschrieben. Aufgrund seines hoch aufragenden Auslegers dürfte diese Bauform des HW 70 M kaum Verbreitung gefunden haben.

Mobilbagger HW 75 M
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1 In der Münchner Strabag-Niederlassung bewahrte man längere Zeit einen HW 75 M für Denkmalzwecke auf. Nachdem der verantwortliche Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hat, wurde der Bagger 2009 an einen Sammler verkauft.
2 Schon vor mehreren Jahren lichtete N. Schaarschmidt auf einem Lagerplatz im Schwarzwald diesen HW 75 M ab.
3 Die niederländische Firma Senhorst setzte nicht nur Seilbagger (siehe hier), sondern auch diesen HW 75 M ein. Beachtenswert ist die Abstützung der breiten Ladeschaufel des hier auf einer Abbruchbaustelle eingesetzten Baggers.

  Technische Daten
 
Bezeichnung HW 70 M HW 75 M
Bauzeit 1968 - 1980 1973 -
Stückzahl ca. 246 39
Seriennummern 70001 ff. 70201 - 70239
Leistung 65 PS 70 PS
Motor Deutz F 4 L 912 Deutz F 4 L 912
Gewicht 14,6 t 15,8 t
Schaufelinhalt (Tieflöffel) 0,9 m³ 0,9 m³
Fahrwerk Radfahrwerk Radfahrwerk
Länge Raupenbänder ? 4.420 mm
Breite Unterwagen ? 2.485 mm
Breite Oberwagen ? 2.495 mm
Höhe einschl. Kabine ? 2.840 mm
max. Reichweite ? 8.200 mm
max. Reichtiefe ? 6.600 mm
Bodenfreiheit ? 450 mm
  Prospekte und Druckschriften
 
  Titel des einzig bekannten HW 70 M Prospektes aus dem Jahr 1969.
   
  Fotos dieser Seite: S. Bongartz, S. Bollhörner, S. Brummer, V. Finster, M. Hammink, M. Lohmeyer, R. Otte, D. Otte, F. Pfeiffer, Slg. F. Pfeiffer, R. Timm, E. Weber
UP  |  letztes Update: 08.02.2012