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Das Jahr 2003

Die Medien der Region finden immer wieder Gelegeneiten, über die Weserhütte und ihr Umfeld zu berichten. Im Oktober 2003 ging es um die letzten Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Werksgelände.
Der folgende Text wurde in unveränderter Form der Neuen Westfälischen Zeitung vom 15.10.2003 entnommen.

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Verwaltungsgebäude

Verwaltungsgebäude

 

 

 

 

 

 

 

1960 gebaut, fiel das Verwaltungsgebäude 2003 wieder der Spitzhacke zum Opfer.

 

Relikte

Einer der Türdrücker, der zuvor vielleicht den  rechten Flügel des Haupteingangs zierte, blieb tatsächlich erhalten.

  Der Beitrag: Fundstücke bei Abrissarbeiten

Immer noch für eine Überraschung gut

Imposantes Wandrelief gesichert / Umfangreiches Bunkersystem / Letzter Abschnitt der Abrissarbeiten

von Stefan Schelp

Bad Oeynhausen
Rund anderthalb Jahrzehnte nach ihrem Ende birgt die Weserhütte noch immer ihre Geheimnisse. Ein imposantes Wandrelief haben die Abbruch-Arbeiter vor den Baggerschaufeln in Sicherheit gebracht. Anschließend mussten sich die Bagger selbst in Sicherheit bringen. Denn dass vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Weser-Hütte weitläufige Bunker in den Boden gegraben waren, hatte den neuen Herren der Hütte niemand gesagt.

Rudi Langer, ehemaliger Werksfotograf der Weserhütte, hätte es gewusst. Der Untergrund der Hütte sei schon immer durchwühlt gewesen. "Da stand früher eine Ziegelei. Kann sein, dass damals für die Brennöfen schon die unterirdischen Gänge angelegt worden sind." "Als ich gekommen bin, gab's schon keinen Zugang mehr zum Bunker", berichtet Werner Nieburg. 1974 hat er in der Buchhaltung der Weserhütte angefangen. Aus Erzählungen kennt er den Bunker. "Bei Flieger-Alarm haben sich die Menschen dort hinein geflüchtet." Aber an das drei mal vier Meter große Relief, das die Abriss-Arbeiter in einem abgeschlossenen Raum entdeckt haben, erinnert er sich genau. Sämtliche Kontinente zeigt das Schaubild. Paris schmückt der Eiffelturm, Berlin ist mit dem Brandenburger Tor eingezeichnet. Und in der Mongolei grasen einige Pferde. "Das ist zur Einweihung des neuen Verwaltungstrakts 1960 angeschafft worden", erzählt Nieburg. Es hing in der ersten Etage im Flur. "Hat immer ganz nett ausgesehen", findet er.

Das finden auch die Manager der Weller-Gruppe, die hier nun ein BMW-Autohaus errichten. "Das Relief ist bei einem Fliesenleger in Wallenhorst eingelagert", berichtet Sebastian Wicke von der Weller-Gruppe. Im Autohaus soll es als Erinnerung an die "Hütte" wieder aufgehängt werden. Ebenso sollen auch die alten Türdrücker der Weserhütte mit dem doppelten "W" reaktiviert werden. Nur die drei Meter tiefen Bunker werden auf ewig verschwinden. 175 Quadratmeter sind bisher freigelegt, gesichert waren sie mit einer 80 Zentimeter dicken Beton-Schicht.
"Keine Ahnung, wie viel es noch gibt", rätselt Bauleiter Ansgar Honerkamp, "die waren auf keiner Zeichnung eingetragen." Sicher ist, dass diese Bunker aufgefüllt werden müssen, bevor die Bagger frei rangieren können. "Die wiegen 50 Tonnen. Da besteht die Gefahr, dass die Maschinen einbrechen."
Dennoch ging es gestern dem Hauptgebäude an den Kragen. Ein mächtiger Bagger mit Greifkralle pickte Stück für Stück die Etagen aus dem stattlichen Bau. Direkt daneben steht ein Mitarbeiter und spritzt Wasser in die Staubwolken. Die oberen Etagen hat er schon vorab unter Wasser gesetzt. "Weil der Bad Oeynhausener Wasserdruck nicht reicht, um bis in die oberste Etage zu spritzen", wundert sich Honerkamp. Dennoch, es geht voran: "Sechs Wochen, dann steht hier nichts mehr", prophezeit Thomas Hagedorn, Geschäftsführer der gleichnamigen Abbruchfirma. "Jedenfalls wenn wir nicht noch mehr Überraschungen erleben."
Am gleichen Tag kann dann auch der Grundstein für das neue Autohaus gelegt werden. Und damit liegen die Arbeiten trotz allem noch im Zeitplan.
Rudi Langer, früherer Werksfotograf der "Hütte", wird das dann vermutlich nicht fotografieren. "Mir blutet das Herz, wenn ich da hin muss."

 
 
 
 
UP  l  letztes Update: 24.07.2011