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Feldbahnen
Feldbahnen sind in der Regel nicht öffentliche Schmalspurbahnen
einfacher Bauform, die zum Transport land- und
forstwirtschaftlicher sowie industrieller Rohstoffe wie Torf, Holz,
Gestein, Lehm oder Sand eingesetzt werden. Auch auf Großbaustellen
wurden Feldbahnen oft verwendet. Die Gleise und Anlagen sind leicht und
können den Bedürfnissen entsprechend umgesetzt werden. Nach dem Zweiten
Weltkrieg bildeten die Trümmerbahnen in den Großstädten eine Variante
der Feldbahn. Das Aufkommen von Lkw sowie die Einführung von
Förderbändern bedeutete schließlich für die überwiegende Zahl von
Feldbahnen das Aus. In Deutschland haben sie nur im Torfabbau sowie im
Küstenschutz noch Aufgaben zu erfüllen.
Die Weserhütte bot Feldbahnmaterial wie Gleise und Weichen sowie
Feldbahnloren verschiedenster Bauart an. Damit konnten Kunden
beispielsweise für Ziegeleien nicht nur die benötigten Bagger für den
Tonabbau und die Ziegelform- und Pressmaschinen angeboten werden,
sondern auch das Transportmittel zwischen Abbau-Grube und Ziegelei.
Nicht viel anders verhielt es sich in Steinbrüchen, Sand- oder
Kiesgruben, wo Feldbahnen bis weit in die 1960er Jahre einen erheblichen
Anteil am Transport des gewonnenen Materials zu den Aufbereitungsanlagen
inne hatten. Schließlich hatten auch die Bergwerke einen großen Bedarf
an Grubenbahn-Ausstattung, seien es Schienen oder die berühmten Hunte
gewesen. Auch diese Fahrzeuge lieferte die Weserhütte. Nach dem
Ersten Weltkrieg bot die Weserhütte unter anderem folgende Produkte an. |
Zeitgenössische Werbung
Ein Prospekt vom Oktober 1933 spart nicht mit Superlativen: die
"zweckmässigste und dauerhafteste Bauart" wird ebenso genannt wie die
"vorzügliche Versteifung" und die "Unverwüstlichkeit" der Kippwiegen.
Die Bilder können
zur Vergrößerung angeklickt werden.

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Was blieb erhalten?
In der Gegenwart ist es schwer bis
unmöglich, Weserhütte Feldbahnmaterial zu entdecken. Nur Gussmarken
oder Walzzeichen geben Aufschluss über den einstigen Hersteller von Loren oder
Gleismaterial, Fabrikschilder wurden nicht verwendet. Ob sich in einer
der recht zahlreichen Feldbahnsammlungen noch Weserhütte-Material
befindet, hätte ausgiebige Forschungen zur Folge. 2003 wurde in der
stillgelegten Ziegelei Zwickau-Fuchsgraben allerdings noch ein
Transportwagen der
Weserhütte entdeckt. Im Rahmen des Abbruchs der Anlage soll das
Feldbahnmaterial verkauft worden sein.

Abb.: S. Schlenkrich |
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Schienen Weichen
Kreuzungen Drehscheiben
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1 2 3 |
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Schienen verschiedener Bauart
mitsamt Befestigungsmitteln. Die Illustration veranschaulicht die
einfache Verlegung von 2m-Standard-Gleisjochen durch nur einen Mann und ohne
weitere Hilfsmittel.
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Weichen
und Kreuzungen
konnten wahlweise auf Stahl- oder
Holzschwellen, mit oder ohne Umstellvorrichtung geliefert werden. Bei Bedarf konnten auch
Schleppweichen für Radsätze mit beidseitigen Spurkränzen geliefert
werden.
3 Schmiede- und gusseiserne
Drehscheiben auf Kugeln oder Rollen drehbar. Ebenfalls wurden
Flügelrad-Kletter-Drehscheiben zum Verlegen ohne Gleisunterbrechung
angeboten. |
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Loren
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4 Holzkastenlore,
die beispielsweise im Torfabbau Verwendung fand.
5 Muldenkipper
schwerer Bauart.
6 Die
Weserhütte Muldenkipper, wie die Kipploren genannt wurden, wurden 1933
wie folgt beworben: "In allen Einzelteilen erheblich verstärkt und
verbessert. Die elektrisch geschweißte Ausführung gewährleistet eine
bedeutende höhere Lebensdauer. Alle stark beanspruchten Teile sind aus
Blech gepresst. Die aufgeschweißten Muldenecken geben der Mulde eine
vorzügliche Versteifung. Die gepressten Kippwiegen sind unverwüstlich."
7 1950 erschien im
Erich Schmidt Verlag ein von Paul Roloff verfasstes Buch mit dem
Titel Feldbahnen. Darin findet sich auch diese Abbildung einer
Weserhütte Kipplore mit Walzzeichen.
Ab Lager
waren folgende Loren lieferbar:
0,75 m³ Inhalt für 600 mm Spur
0,5 m³ Inhalt für 500 mm Spur
0,5 m³ Inhalt für 600 mm Spur
1,0 m³ Inhalt für 600 mm Spur
1,0 m³ Inhalt für 750 mm Spur |
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Transportwagen
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9 |
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Transportwagen für verschiedene Einsatzzwecke, wie Waldbahnwagen für Stammholztransporte,
Schnabelkipper, Holzimprägnierwagen oder Trockenkammerwagen für
Möbelfabriken.
8 Etagenwagen
für Ziegeleien, auch in der Landwirtschaft verwendbar.
9 Ziegeletagenwagen mit festem oder drehbaren Oberteil. |
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Achsen Radsätze
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10 |
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10 Einzelne
Achsen und Radsätze. Daneben wurden Einzelteile wie Rollenlager,
Schalenlager, Zug- und Stoßvorrichtungen und Bremsklötze angeboten, die
auch mit anderen Feldbahnen kompatibel waren. |
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Die
Abbildungen 1 bis 6, 8 und 9 stammen mit Ausnahme der Abb. 5 aus einem Reprint des Kataloges "Weserhütte Georg
Futter & Co" aus dem Jahr 2001, erschienen im Feld- und
Schmalspurbahn-Verlag Karl Paskarb, Celle. Der Prospekt von 1933 stammt
aus der Sammlung F. Pfeiffer. |
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letztes Update:
24.07.2011 |