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Seilbagger - Die Modelle zwischen 1908 und 1945
Vor dem Zweiten
Weltkrieg brachte die Weserhütte drei Generationen von Baggern auf den
Markt. Da die Quellenlage spärlich ist, werden die Typen nicht einzeln,
sondern generationsweise vorgestellt.
Mit dem Bau von Baggern entwickelte sich die Weserhütte vom eher
handwerklich geprägten Unternehmen zu einer Firma, deren Ruf bald weit
über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus reichte.
Der erste Weserhütte-Bagger wurde
1908 vorgestellt. Er erhielt die Bezeichnung "L 8". Auf diesem Modell aufbauend
wurden weitere Löffelbagger entwickelt, die die Bezeichnungen L 5, L 7, L 11 und L 18
erhielten. Dabei stand das L für Löffelbagger und die Zahl gab ein Prozent des
Löffelinhalts in Litern an, beim L 8 also 800 Liter. Die
dampfgetriebenen Bagger waren noch
keine Universalbagger, sondern wurden grundsätzlich mit einem Hochlöffel
ausgestattet und fuhren auf Schienen. Wanderte die Abbaufront in einem
Gewinnungsbetrieb weiter oder wurde eine Baustelle verlegt, mussten für die
Bagger entsprechende kurze Gleisstücke verlegt werden. Von dieser
ersten Baggergeneration sind keine Exemplare erhalten geblieben.
Zu
den Löffelbaggern der L-Reihe
Die zweite Generation der Bagger wurde
hauptsächlich mit Dieselmotoren ausgestattet und besaß Raupenfahrwerke.
Auf Wunsch wurden sie auch mit Dampfmaschinen oder Benzinmotoren
geliefert. Bei diesen
Maschinen konnten die Arbeitseinrichtungen mit relativ geringem
Aufwand ausgetauscht werden. Hochlöffel, Tieflöffel, Greifer,
Schleppschaufel,
Stampfeinrichtung, Planier-einrichtung, Kran - alles konnte mit ein und demselben Grundgerät kombiniert
werden. Als Bezeichnung wählte Weserhütte das Kürzel "LR".
Zwei Bagger sind erhalten geblieben: Ein LR 5 existierte lange bei der
Deutschen Arbeitsschutz-Ausstellung in Dortmund und gehört heute einem
Sammler. Der zweite Bagger ist ein LR 4, der von einem Privatmann
seit Jahren in aufwändiger Kleinarbeit wieder aufgebaut wird.
Zu
den Universalbaggern der LR-Reihe
Als dritte Generation stellte das
Eisenwerk Weserhütte vor dem Zweiten Weltkrieg die "W"-Reihe vor, in der die
Typen W 300, W 400, W 600, W 1600 und W 2400 existierten. Hier gab die Zahl
das Tausendfache des Löffelvolumens an, d.h. ein W 1600 hatte einen 1,6 m³
großen Löffel. Einzelne Bagger dieses Typs wurden möglicherweise auch nach dem Krieg
noch hergestellt, ehe die vierte Generation auf den Markt gebracht wurde.
Ob tatsächlich ein W 2400 gebaut wurde, konnte bislang nicht in Erfahrung gebracht
werden. Der Erhalt des einzigen 2011 noch vorhandenen Baggers der
dritten Generation ist leider nicht sicher. Noch steht der
Hochlöffelbagger vom Typ W 1600, der einen Elektroantrieb besaß, in einem
Steinbruch in Niedersachsen.
Zu
den Universalbaggern der W-Reihe |
Die Typenreihen
L, LR und W
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